Claude in der eigenen Cloud · Datenaufbewahrung

Zero Data Retention für Claude: kein Schalter, sondern eine Kette

Kurz gesagt

Zero Data Retention für Claude ist keine Einstellung, die man einschaltet, sondern eine Kette aus Plattform, Modell, Funktion und Werkzeug. Ein einziges Glied mit Speicherung genügt, damit die Kette nicht mehr hält. Seit Juni 2026 gilt das besonders für Fable 5 und Fable 5.1: diese Modelle speichern auf jeder Plattform bis zu 30 Tage, Zero Data Retention gibt es dafür nicht. Pexon Consulting prüft die Kette Glied für Glied und hält das Ergebnis nachweisbar fest.

ISO 27001 zertifiziert
AWS und Google Cloud Partner
Bedrock-Projekte im Delivery
Microsoft Solutions Partner (Digital & App Innovation, Infrastructure Azure, Data & AI Azure), ISO/IEC 27001, Google Cloud Partner, AWS Partner

Warum ein einzelner ZDR-Haken teuer wird

In Gesprächen mit Kanzleien, Steuerberatungen und Beratungshäusern kommt Zero Data Retention regelmäßig als Pflicht auf den Tisch. Geprüft wird dann meist ein Haken in einer Konsole. Die Speicherung passiert aber an vier Stellen gleichzeitig, und drei davon haben mit diesem Haken nichts zu tun.

Anthropics Zusage gilt nicht für Ihre Cloud
Eine mit Anthropic vereinbarte Zero-Data-Retention wirkt nicht auf Amazon Bedrock oder Google Vertex AI. Dort ist der Cloud-Anbieter der Verarbeiter, und es gilt dessen Regelwerk. Wer die Anthropic-Vereinbarung als Nachweis für den Cloud-Weg vorlegt, legt das falsche Dokument vor.
Ein Modell hebelt die ganze Kette aus
Fable 5, Fable 5.1, Mythos 5 und Mythos 5.1 sind Covered Models. Ihre Prompts werden auf jeder Plattform bis zu 30 Tage gespeichert. Es genügt, dass jemand das Modell in einer Anwendung auswählt.
Nicht jede Funktion ist erfasst
Zero Data Retention gilt bei Anthropic nicht für Batch-Verarbeitung, die Files API und die Code-Ausführung. Die Sitzungen in Cowork sind von der Zusage für Claude Code ebenfalls nicht erfasst.

Vier Zahlen zur Aufbewahrung

Vier Zahlen aus der Anthropic-, AWS- und Google-Dokumentation, Stand 18. September 2026.

4 Covered Models ohne jede ZDR-Option
Fable 5, Fable 5.1, Mythos 5 und Mythos 5.1 speichern auf jeder Plattform bis zu 30 Tage. Zero Data Retention ist für sie nicht verfügbar. Opus 5 gehört ausdrücklich nicht dazu. (Anthropic-Dokumentation zu Covered Models, 18.09.2026)
30 Tage Aufbewahrung bei Fable
Auf Amazon Bedrock nur im Modus aws_review, bei dem AWS als auffällig markierten Verkehr auch menschlich prüfen darf. Gespeichert wird in den Zielregionen des verwendeten Profils. (AWS-Bedrock-Modellkarten und Anthropic-Dokumentation, 18.09.2026)
2 Jahre bei markierten Inhalten
Über die Anthropic API können als auffällig markierte Inhalte bis zu zwei Jahre aufbewahrt werden. Das ist die längste Frist in der gesamten Kette. (Anthropic-Dokumentation zu API und Datenaufbewahrung, 18.09.2026)
0 Speicherung auf Bedrock im Standard
Abseits der Covered Models ist Amazon Bedrock standardmäßig ohne Aufbewahrung und ohne Betreiberzugriff, und das Protokollieren der Aufrufe ist ab Werk ausgeschaltet. (AWS-Bedrock-Dokumentation, 18.09.2026)

Was Zero Data Retention bei Claude wirklich heisst

Zero Data Retention für Claude bedeutet, dass weder der Modellanbieter noch die Plattform Prompts und Antworten über die Bearbeitung der Anfrage hinaus speichert. Ob das zutrifft, entscheidet sich an vier Gliedern einer Kette, und es genügt ein einziges, das speichert. Erstens die Plattform: Auf Amazon Bedrock sind Zero Data Retention und Zero Operator Access Standard, für die Endpunkte bedrock-runtime und bedrock-mantle gleichermaßen; bei der Anthropic API ist Zero Data Retention dagegen gesondert mit dem Vertrieb zu vereinbaren. Zweitens das Modell: Für die Covered Models Fable 5, Fable 5.1, Mythos 5 und Mythos 5.1 gilt eine Pflicht-Aufbewahrung von 30 Tagen, überall, ohne Ausnahme. Drittens die Funktion: Batch-Verarbeitung, Files API und Code-Ausführung sind von der Anthropic-Zusage nicht erfasst, und bei Google gelten die Hashes des Prompt-Caches als Dienstdaten, abschaltbar nur über den Support. Viertens das Werkzeug: Die Sitzungen in Cowork fallen nicht unter die Zusage für Claude Code. Eine belastbare Aussage über Zero Data Retention besteht deshalb nie aus einem Haken, sondern aus vier belegten Zeilen.
4
Glieder der Kette: Plattform, Modell, Funktion, Werkzeug
1
speicherndes Glied genügt, damit die Kette reisst
0
ZDR-Optionen für Fable und Mythos

Wo die Kette in der Praxis reisst

Use Case 01

Jemand wählt Fable aus

Ein Entwickler stellt in einer Anwendung auf das neueste Modell um. Damit greift die 30-Tage-Aufbewahrung, ohne dass sich an der Konfiguration sonst etwas geändert hätte.

Absicherbar über eine Regel, die das Modell gar nicht erst zulässt.
Use Case 02

Die falsche Vereinbarung im Ordner

Eine Zero-Data-Retention-Vereinbarung mit Anthropic wird als Nachweis für den Bedrock-Betrieb vorgelegt. Sie gilt dort nicht.

Für Bedrock zählt der AWS-Vertrag, nicht der von Anthropic.
Use Case 03

Batch statt Einzelanfrage

Ein Team stellt auf Stapelverarbeitung um, weil das günstiger ist. Die Anthropic-Zusage erfasst Batch nicht.

Die Umstellung ändert die Aufbewahrung, nicht nur den Preis.
Use Case 04

Cowork neben Claude Code

Die Belegschaft bekommt Cowork zusätzlich zu Claude Code. Die Sitzungen dort fallen nicht unter die Zusage für Claude Code.

Zwei Werkzeuge, zwei Aussagen zur Aufbewahrung.

Passt das in Ihre Plattform?

Die Kette sieht auf jeder Plattform anders aus. Diese sechs Punkte klären wir, bevor jemand eine Zusage unterschreibt.

Auf der Plattform

Amazon Bedrock · Ohne Aufbewahrung und ohne Betreiberzugriff im Standard, für bedrock-runtime und bedrock-mantle gleichermaßen. Ausnahme sind die Covered Models.
Google Vertex AI · Google trainiert nicht mit Ihren Daten, das Protokollieren ist ab Werk aus. Die Hashes des Prompt-Caches gelten als Dienstdaten und lassen sich nur über den Support abschalten.
Anthropic API und Foundry · Bei der API ist Zero Data Retention gesondert zu vereinbaren und gilt nicht für Batch, Files und Code-Ausführung. In Foundry ist Anthropic unabhängiger Verarbeiter mit eigenem Vertrag.

In Ihrer Konfiguration

Modelle einschränken · Auf AWS lässt sich über eine Dienstkontrollrichtlinie mit dem Bedingungsschlüssel für den Datenaufbewahrungsmodus erzwingen, dass niemand versehentlich ein speicherndes Modell freischaltet.
Protokollierung prüfen · Das Protokollieren der Aufrufe ist ab Werk aus. Wer es für die Fehlersuche einschaltet, erzeugt genau die Speicherung, die man ausschließen wollte.
Werkzeuge einzeln bewerten · Claude Code, Cowork und eigene Anwendungen auf der API werden getrennt betrachtet. Eine Aussage für alle drei gibt es nicht.

Wie wir die Kette prüfen und absichern

1
Kette aufnehmen
Welche Plattformen, Modelle, Funktionen und Werkzeuge im Haus tatsächlich genutzt werden. Nicht was geplant ist, sondern was läuft.
2
Glied für Glied belegen
Zu jedem Glied die Aussage aus der Hersteller-Dokumentation, mit Fundstelle und Datum. Kein Verweis auf eine Übersichtsseite.
3
Covered Models sperren
Auf AWS über eine Dienstkontrollrichtlinie mit dem Datenaufbewahrungsmodus, damit ein versehentliches Freischalten technisch nicht möglich ist.
4
Protokollierung festschreiben
Den Zustand der Aufruf-Protokollierung dokumentieren und gegen unbeabsichtigtes Einschalten absichern.
5
Richtige Verträge zuordnen
Je Plattform den Vertrag benennen, der tatsächlich gilt. Für Bedrock der AWS-Vertrag, für Foundry der Anthropic-Vertrag.
6
Ergebnis festhalten
Eine Tabelle mit vier Spalten je Anwendungsfall: Plattform, Modell, Funktion, Werkzeug, und je Zeile die belegte Aufbewahrungsfrist.
Erfahren Sie mehr über Was Claude über die eigene Cloud kostet

Selbst absichern oder absichern lassen?

Haken in der Konsole prüfen
✕Prüft ein Glied der Kette und übersieht drei.
✕Die Covered Models tauchen dort gar nicht auf.
✕Gilt nur für die eine Plattform, auf der man gerade schaut.
Auf die Zusage des Anbieters vertrauen
✕Anthropics Zusage wirkt nicht auf Bedrock und Vertex AI.
✕Batch, Files und Code-Ausführung sind ausgenommen.
✕Für Fable und Mythos gibt es überhaupt keine Zusage.
Mit Pexon
✓Alle vier Glieder, je Anwendungsfall, mit Fundstelle und Datum.
✓Die Sperre gegen Covered Models wird gesetzt, nicht empfohlen.
✓Das Ergebnis ist eine Tabelle, die eine Prüfung übersteht.

Wie lange die Prüfung dauert

1
Tag 1
Ist-Aufnahme
Welche Plattformen, Modelle, Funktionen und Werkzeuge tatsächlich im Einsatz sind.
2
Tag 2
Belege sammeln
Je Glied die Fundstelle in der Hersteller-Dokumentation, mit Datum.
3
Tag 3
Technisch absichern
Dienstkontrollrichtlinie gegen Covered Models, Protokollierung festschreiben.
4
danach
Übergabe
Die Tabelle mit den belegten Fristen, plus eine Einweisung, was bei einem neuen Modell zu prüfen ist.

Wer speichert was wie lange

Stand 18. September 2026. Markiert ist die Spalte mit der Aufbewahrungsfrist, weil sie die Zeile ist, die in Ihrer Prüfung zählt.

WegVerarbeiterAufbewahrung im StandardAusnahme Covered ModelsNicht erfasst
Amazon BedrockAWSkeine, ohne Betreiberzugriff, Protokollieren ab Werk ausFable und Mythos 30 Tage, Modus aws_revieweingeschaltetes Aufruf-Protokoll
Google Vertex AIGooglekein Training, Protokollieren ab Werk ausFable 30 Tage bei GoogleHashes des Prompt-Caches als Dienstdaten
Anthropic APIAnthropicZDR gesondert zu vereinbarenFable und Mythos ohne ZDR-OptionBatch, Files API, Code-Ausführung
Claude EnterpriseAnthropicZDR nicht im StandardplanFable und Mythos 30 TageChat auf claude.ai und Cowork
Microsoft FoundryAnthropic, unabhängignach Anthropic-Vertrag30 Tage, Speicherort nicht dokumentiertmarkierte Inhalte gehen an Anthropic
Markierte Inhalte über die APIAnthropicbis zu 2 Jahregilt zusätzlich-
Passt, wennBedrock oder VertexSie ohne Fable und Mythos auskommensonst gibt es keine ZDR-OptionBatch und Cowork separat bewerten

Quellen: AWS-Bedrock-Dokumentation und Modellkarten, Google-Vertex-AI-Dokumentation, Anthropic-Dokumentation zu Zero Data Retention, API-Aufbewahrung und Covered Models, Microsoft-Foundry-Dokumentation. Alle abgerufen am 18. September 2026.

Was die Prüfung umfasst

Die Prüfung ist ein abgegrenztes Vorgehen mit einem belegten Ergebnis. Für die vertragliche Seite gibt es den bestehenden AVV- und Datenschutz-Check; dessen Festpreis steht auf seiner Angebotsseite.

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Ihre Investition
2.900 EUR netto
Aufbewahrungs-Check · 3 Tage
Enthält:

Was Sie liefern · Zugriff auf die genutzten Konten in lesender Form und eine Ansprechperson je Anwendungsfall. Rund drei Stunden Aufwand.

Was wir prüfen · Alle vier Glieder je Anwendungsfall, dazu die tatsächliche Konfiguration von Protokollierung und Modellzugang.

Was Sie bekommen · Eine Tabelle mit belegten Aufbewahrungsfristen je Anwendungsfall, die gesetzte Sperre gegen Covered Models und die Zuordnung der geltenden Verträge. Abnahme ist ein Dokument, das einer Prüfung standhält.
Aufbewahrungskette prüfen lassen
Erstgespräch, 30 Minuten, ohne Verpflichtung

Häufige Fragen zur Datenaufbewahrung bei Claude

Gilt meine ZDR-Vereinbarung mit Anthropic auch auf Bedrock?

Nein. Auf Amazon Bedrock und Google Vertex AI ist der Cloud-Anbieter der Datenverarbeiter, und es gilt dessen Regelwerk. Die Vereinbarung mit Anthropic wirkt dort nicht. Für Bedrock ist die gute Nachricht: Aufbewahrung und Betreiberzugriff sind dort ohnehin standardmäßig ausgeschlossen, abseits der Covered Models.
Warum speichert Fable überall 30 Tage?

Fable 5, Fable 5.1, Mythos 5 und Mythos 5.1 sind sogenannte Covered Models. Für sie gilt eine Pflicht-Aufbewahrung von bis zu 30 Tagen auf jeder Plattform, und Zero Data Retention ist dafür nicht verfügbar. Auf Bedrock und Vertex AI bleiben die Daten dabei in der Umgebung des Cloud-Anbieters. Opus 5 ist kein Covered Model.
Was kostet der Aufbewahrungs-Check?

Der Check dauert rund drei Tage und endet mit einer belegten Tabelle je Anwendungsfall und kostet 2.900 Euro netto als Festpreis. Für die vertragliche Seite gibt es unseren bestehenden AVV- und Datenschutz-Check mit eigenem Festpreis auf seiner Angebotsseite.
Lässt sich verhindern, dass jemand ein speicherndes Modell nutzt?

Auf AWS ja. Über eine Dienstkontrollrichtlinie mit dem Bedingungsschlüssel für den Datenaufbewahrungsmodus lässt sich technisch erzwingen, dass Covered Models gar nicht erst nutzbar sind. Das ist wirksamer als eine Richtlinie auf Papier, weil es den Aufruf verhindert statt ihn nachträglich zu rügen.
Wo diese Seite endet

Hier steht die Technik: wer speichert was wie lange. Ob daraus eine Berufsgeheimnisträger-Pflicht erfüllt ist, ist eine Rechtsfrage und keine Konfigurationsfrage, und sie wird nicht auf dieser Seite beantwortet. Für Fable und Mythos gibt es zudem keine Lösung, die wir Ihnen einrichten könnten: dort speichert jede Plattform.
Was ist mit den Enterprise Frontier Safeguards?

Anthropic hat sie am 1. September 2026 angekündigt. Überwachungsdaten sollen dann im eigenen Cloud-Speicher des Kunden liegen. Der Rollout ist für den späteren Herbst angekündigt und damit Stand heute nicht verfügbar. Bis dahin gibt es für berechtigte Kunden Zero Data Retention auf Fable über Anthropic. Wir tragen es ein, sobald es belegt verfügbar ist.

Kette prüfen, bevor jemand unterschreibt

Wir gehen Ihre Anwendungsfälle durch und sagen in 30 Minuten, wo die Kette hält und wo nicht. Ohne Verpflichtung.

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Aktualisiert am 18. September 2026

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