Kundenreferenz

Azure AI Foundry für einen Versicherungskonzern: Self-Service-KI mit belegbarer Wiederherstellbarkeit

Versicherungskonzern · Komposit- und Schadenversicherung · VAIT/DORA · Wie Pexon Consulting als Platform Engineer in einem Vier-Personen-Team eine konzernweite AI-Plattform auf Microsoft Foundry aufbaut, den ersten produktiven Use Case in der KFZ-Schadenvorauswertung trägt und das Backup-Konzept liefert, das Azure AI Foundry nativ nicht mitbringt, für IT-Leiter und Heads of Platform im regulierten Versicherungsbetrieb.

Aktualisiert: Juli 2026
Das Wichtigste in Kürze
Wer
Ein großer deutscher Versicherungskonzern für Privat-, Firmen- und Industriekunden (Komposit- und Schadenversicherung), der KI unter VAIT und DORA zentral als Plattform bereitstellt.
Problem
Wachsende KI-Nachfrage in Fachabteilungen ohne standardisierten Bezugsweg, dokumentenlastige KFZ-Schadenprozesse und fehlende native Backup-Fähigkeit von Azure AI Foundry blockieren die Produktionsreife in einem regulierten Umfeld.
Lösung
Pexon Consulting stellt den einzigen externen Platform Engineer: Terraform für die gesamte Foundry-Infrastruktur, Eigenentwicklung des Sicherungs- und Wiederherstellungsverfahrens, Härtung mit Microsoft und Migration von Azure DevOps auf GitHub.
Ergebnis
Die Plattform läuft mit Early Adoptern produktiv, der erste Use Case wertet KFZ-Schadenmeldungen automatisch vor, die Backup-Bestandsaufnahme liegt vor und die Produktionsreife wird für Ende 2026 angestrebt.

Ergebnisse

0
Native Backup-Funktionen · Azure AI Foundry liefert keine Sicherung, Konzept durch Pexon
1
Produktiver KI-Use-Case · automatisierte Vorauswertung eingehender KFZ-Schadenmeldungen
Self-Service
Bezugsweg für Abteilungen · KI beziehbar statt als Einzelprojekt beantragbar
2026
Produktionsreife · Zieltermin für vollständige Abnahmefähigkeit der Plattform

Übersicht Kunde

Branche
Versicherung / Komposit- und Schadenversicherung
Unternehmen
Großer deutscher Versicherungskonzern (Privat-, Firmen-, Industriekunden)
Region
Deutschland
Services
Platform Engineering, Infrastructure as Code, Backup- und Wiederherstellungsverfahren, Toolchain-Migration
Tech-Stack
Microsoft Foundry (Azure AI Foundry), Terraform, GitHub, Azure Cosmos DB, Azure Storage, Microsoft Azure
Projektdauer
Plattform im Early-Adopter-Betrieb, Produktionsreife Ende 2026 angestrebt
Compliance
VAIT (BaFin), DORA, DSGVO, EU AI Act
Status
Produktiv mit Early Adoptern, Backup-Verfahren in Umsetzung

Ausgangslage

KI-Nachfrage ohne standardisierten Bezugsweg
Die Nachfrage nach KI-Funktionen in Fachabteilungen wächst schneller, als IT-Organisationen einzelne Projekte aufsetzen können. Ohne zentrale Plattform entsteht ein bekanntes Muster: Jede Abteilung baut ihre eigene KI-Anbindung, jede mit eigenen Modellen, eigenen Datenpfaden und eigenem Sicherheitsniveau. Governance wird nachträglich draufgesetzt statt eingebaut, oder gar nicht. Für den Head of Platform und die IT-Leitung im Versicherungskonzern war klar: Verstreute Einzellösungen sind unter VAIT und DORA nicht nachhaltig nachweisbar. Der Konzern hat sich deshalb gegen den Projektweg und für den Plattformweg entschieden. Ein kleines, neu gegründetes Team baut eine zentrale AI-Plattform auf Microsoft Foundry, die jedes Entwicklungsteam und jede Abteilung im Konzern buchen und nutzen kann, ohne einen eigenen KI-Stack aufzubauen.
Dokumentenlastige KFZ-Schadenprozesse
Der Schadenprozess ist dokumenten- und textlastig und damit ein natürlicher Anwendungsfall für Sprachmodelle. Reicht ein Kunde einen KFZ-Schaden ein und lädt Anlagen hoch, mussten eingehende Unterlagen vollständig manuell gesichtet und eingruppiert werden, bevor ein Sachbearbeiter den Fall strukturiert übernehmen konnte. Das verzögert die Bearbeitung, erhöht Varianz zwischen Teams und bindet Kapazität in Sortierarbeit statt in fachlicher Entscheidung. Genau dieser Einstiegspunkt wurde als erster produktiver Use Case auf der neuen Plattform gewählt: automatisierte Vorauswertung, Klassifikation und Extraktion relevanter Informationen, bevor ein Mensch den Vorgang übernimmt. Weitere Anwendungsfälle in der späteren Schadenbearbeitung und im Kundenmanagement sind auf derselben Plattform vorgesehen.
Regulatorischer Druck auf Nachweisbarkeit
Für Versicherungsunternehmen in Deutschland gelten die aufsichtsrechtlichen Anforderungen der BaFin (Versicherungsaufsichtliche Anforderungen an die IT, VAIT) und seit dem 17. Januar 2025 die europäische Verordnung DORA (Verordnung (EU) 2022/2554). DORA regelt IKT-Risikomanagement, Datensicherung und Wiederherstellbarkeit verbindlich. Hinzu kommt der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) mit gestaffelten Anforderungen an KI-Systeme sowie die DSGVO für personenbezogene Schadendaten. Ohne zentrale Plattform fehlt die Einheit, die prüfbar ist: Kosten, Nutzung, Modelle und Datenflüsse bleiben fragmentiert. Mit Plattform-Ansatz verlagert der Konzern Governance von der Prüfung am Ende in die Infrastruktur am Anfang. Genau das ist der Unterschied zwischen „KI-Demo im Fachbereich“ und abnahmefähigem Produktivbetrieb.
Kleine Kapazität, zwei Toolchains, kein natives Backup
Das Plattform-Team besteht aus vier Personen, zwei davon nur zu 50 Prozent allokiert, plus einem bevorstehenden Elternzeit-Ausfall. Pexon Consulting stellt den einzigen externen Engineer. Parallel laufen zwei Toolchains: Azure DevOps als Bestand und GitHub als Ziel. Die größte technische Hürde liegt jedoch in der Plattformtechnologie selbst: Azure AI Foundry bringt Stand Juli 2026 keine native Sicherungsfunktion für Plattformartefakte mit. Was überhaupt sicherungsfähig ist, musste erst systematisch ermittelt werden. Ohne belegbares Sicherungs- und Wiederherstellungsverfahren ist eine Plattform für einen Versicherer nicht abnahmefähig. Genau dieses Thema hat der Kunde an Pexon gegeben. Zusätzlich arbeitet der Konzern nach SAFe mit PI-Planung, ein Overhead, den ein Vier-Personen-Plattformteam nicht tragen kann.

Lösung & Vorgehen

1
Plattform als Produkt, Use Cases beim Fachbereich
Pexon Consulting arbeitet als Platform Engineer im internen Plattform-Team. Der Ansatz ist bewusst kein KI-Prototyping, sondern klassisches Platform Engineering: Die Plattform ist das Produkt, die Fachbereiche sind die Kunden, und die Übergabegrenze ist explizit definiert. Das Plattform-Team stellt die AI-Plattform, die Dokumentation und Hilfestellung bereit. Den Betrieb ihrer Use Cases verantworten die nutzenden Abteilungen selbst. Diese Grenze verhindert, dass ein Vier-Personen-Team zum Betriebsdienstleister für den gesamten Konzern wird, und hält den Scope handlungsfähig trotz knapper Allokation. Der Trade-off ist klar: Weniger zentrale Kontrolle über einzelne Agenten-Workflows, dafür eine skalierbare Self-Service-Grenze, die unter wachsender Nachfrage nicht kollabiert. Feedback von Early Adoptern fließt regelmäßig in die Weiterentwicklung, die Plattform wird an echten Anforderungen geschärft, nicht an einem starren Anforderungsdokument.
2
Infrastructure as Code durchgängig mit Terraform
Die gesamte Azure-Infrastruktur rund um Microsoft Foundry, Storage Accounts, Cosmos DB und die Foundry-Ressourcen selbst, wird als Terraform-Code verwaltet. Wiederholbarkeit ist in einem regulierten Umfeld nicht Komfort, sondern Nachweispflicht. Der Trade-off gegen ClickOps oder nur ARM-/Bicep-Fragmente: höherer initialer Modellierungsaufwand, dafür versionierte Änderungen, Review-fähige Diffs und die Möglichkeit, aus dem Code heraus neu zu erzeugen, was keinen irreversiblen Zustand trägt. Genau diese Trennung steuert später das Backup-Konzept: Was Terraform jederzeit neu aufbauen kann, braucht keine klassische Sicherung; was Zustand trägt, schon. Parallel wurde die Entwicklungs- und Deployment-Kette von Azure DevOps auf GitHub umgezogen, ohne die laufende Plattformentwicklung anzuhalten. Eine Toolchain statt zwei reduziert kognitive Last in einem Team, das ohnehin knapp bemessen ist.
3
Backup-Konzept als Eigenentwicklung für Foundry
Hat Azure AI Foundry ein natives Backup? Nein. Wer die Plattform in einem VAIT- und DORA-regulierten Umfeld produktiv setzen will, muss Bestandsaufnahme und Sicherungsverfahren selbst bauen. Der Weg beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit einer Inventur. Leitfrage: Welche Bestandteile lassen sich aus dem Terraform-Code jederzeit neu erzeugen, und welche tragen einen Zustand, der bei Verlust unwiederbringlich wäre? Nur der zweite Teil braucht ein echtes Sicherungsverfahren. Fertige Anleitungen gibt es für diesen Fall nicht, der Weg ist Recherche- und Konstruktionsarbeit an einem Produkt, das sich selbst noch schnell bewegt. Aktueller Stand: Die Übersicht sicherungsfähiger Plattformartefakte liegt vor. Auf ihr baut das Sicherungs- und Wiederherstellungsverfahren auf, das sich in Umsetzung befindet. Ohne diese Übersicht wäre jedes Backup-Konzept Raten, und ohne belegbare Wiederherstellbarkeit gibt es im Versicherungskonzern keine Produktionsfreigabe.
4
Härtung mit Microsoft und bewusst leichtes Team-Modell
Der Konzern hat eine direkte Verbindung zu Microsoft. In gemeinsamen Terminen wurde die Architektur durchgegangen, instabile Preview-Bausteine entfernt und gegen stabilere Alternativen ersetzt. Trade-off: Weniger Feature-Breite kurzfristig, dafür ein belastbares Grundgerüst, bevor die Nutzerzahl steigt. Eine KI-Plattform wird nicht durch das neueste Preview-Feature produktionsreif, sondern durch die Bausteine, die man wieder ausbaut. Organisatorisch ist das Plattform-Team von der konzernweiten SAFe-PI-Planung ausgenommen und fährt Kanban-Light: ein Daily zur Abstimmung, kein Scrum Master, keine Retros, keine Standardmeetings. Entscheidungen fallen im Team und fallen schnell. Zusammensetzung: interner Initiator mit Projektleitung und Koordination, ein weiterer interner Kollege, ein Berufseinsteiger und der Pexon-Engineer als einziger Externer und gleichberechtigter Owner für Backup und Wiederherstellbarkeit.

Vorher / Nachher

DimensionVorherNachherEffekt
KI-BezugswegEinzelprojekt pro Abteilungzentrale Self-Service-PlattformGovernance eingebaut statt nachgerüstet
KFZ-Schadeneingangmanuelle Sichtung und Eingruppierungautomatische Vorauswertung und ExtraktionSachbearbeitung startet vorstrukturiert
Wiederherstellbarkeitkeine native Foundry-SicherungInventur plus Eigenkonzept in UmsetzungVoraussetzung für VAIT/DORA-Abnahme
Toolchain und ArchitekturAzure DevOps parallel, Preview-BausteineGitHub plus gehärtete AlternativenStabilität vor Feature-Breite
“
Ohne belegbare Wiederherstellbarkeit gibt es bei uns keine Produktionsfreigabe. Dass Azure AI Foundry kein natives Backup mitbringt, war der Punkt, an dem die Plattform entweder produktionsreif wird oder liegen bleibt. Genau dieses Thema haben wir bewusst früh an Pexon gegeben.
PT
Plattform-Team
AI-Plattform · Versicherungskonzern

Eingesetzte Technologien & Services

Azure AI Foundry
Terraform
GitHub
Azure Cosmos DB
Azure Storage
Microsoft Azure

Häufige Fragen

Wie sichert man eine Azure-AI-Foundry-Plattform ohne native Backup-Funktion?
Zuerst Bestandsaufnahme: systematisch erheben, welche Plattformartefakte sicherungsfähig sind und welche sich aus dem Terraform-Bestand jederzeit neu erzeugen lassen. Erst auf dieser Trennung lässt sich ein Sicherungsverfahren bauen. Ohne diese Übersicht wäre jedes Backup-Konzept Raten. Pexon Consulting hat diese Inventur für den Versicherungskonzern geliefert und darauf das Verfahren aufgesetzt.
Warum eine zentrale AI-Plattform statt einzelner KI-Projekte pro Abteilung?
Weil Einzelprojekte den Governance-Aufwand vervielfachen. Jede Abteilung würde eigene Modellanbindungen, Datenpfade und Sicherheitsniveaus aufbauen. Eine zentrale Plattform standardisiert den Bezugsweg, macht Kosten und Nutzung sichtbar und ist als eine Einheit prüfbar. Für regulierte Branchen wie Versicherungen unter VAIT und DORA ist das der entscheidende Unterschied.
Wie viele Leute braucht ein AI-Plattform-Team im Versicherungskonzern?
In diesem Projekt sind es vier Personen, zwei davon nur zu 50 Prozent allokiert, davon ein externer Pexon-Engineer. Möglich wird das durch eine harte Scope-Grenze: Plattform ja, Use-Case-Betrieb nein. Dazu kommt bewusst reduzierter Prozess-Overhead: ein Daily statt eines vollen Scrum-Zeremonienkalenders und Ausnahme von der konzernweiten SAFe-PI-Planung.
Wer betreibt die KI-Anwendungen auf der Azure-AI-Foundry-Plattform?
Die nutzenden Fachbereiche selbst. Das Plattform-Team liefert die Plattform, die Dokumentation und Hilfestellung, übernimmt aber nicht den Betrieb der einzelnen Use Cases. Diese Grenze hält das kleine Plattform-Team handlungsfähig und verhindert, dass Platform Engineering zum zentralen Betriebsdienstleister für den gesamten Konzern wird.
Welche regulatorischen Anforderungen gelten für KI-Plattformen bei Versicherern?
Für deutsche Versicherer gelten die VAIT der BaFin sowie seit dem 17. Januar 2025 die EU-Verordnung DORA mit Anforderungen an IKT-Risikomanagement, Datensicherung und Wiederherstellbarkeit. Hinzu kommen DSGVO und der EU AI Act. Genau deshalb ist ein Backup-Konzept für Azure AI Foundry ohne native Sicherung keine optionale Bastelarbeit, sondern Abnahmevoraussetzung.
AI-Plattform im Versicherungsbetrieb aufbauen
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