Kundenreferenz

OTA-Update-Plattform auf Azure AKS für Connected-Car-Software: skalierbar, hochverfügbar, NIST-SP-800-konform seit 02/2023

Automotive · Connected Car · deutscher Automobilkonzern · Wie Pexon Consulting für die Connected-Car-Software-Einheit die Azure-AKS-Infrastruktur aufbaute, über die Fahrzeug-Software als OCI-Container per OTA ausgeliefert wird - für Platform Engineer und Head of Container Platform im Automotive-Live-Betrieb.

Aktualisiert: Juli 2026
Das Wichtigste in Kürze
Wer
Die Connected-Car-Software-Einheit eines deutschen Automobilkonzerns betreibt eine zentrale OTA-Update-Plattform für Fahrzeug-Software. Pexon arbeitet als Cloud- bzw. Platform Engineer im Container-Update-Team (Kernteam 10 Personen, Abteilung 12 intern + 2 extern).
Problem
Das Software-Produkt war reif und live, die Infrastruktur darunter fehlte Stabilität und Resilienz: fragmentierter Terraform-State, paralleler Live-Betrieb und Weiterentwicklung im Taskforce-Modus, personeller Engpass und NIST-SP-800-Druck.
Lösung
Pexon härtete die Azure-AKS-Plattform mit konsolidiertem Terraform-State, Terraform- und Helm-Pipelines in Azure DevOps, SecretProviderClass an Azure Key Vault, HorizontalPodAutoscaler, PodDisruptionBudgets, RBAC und Monitoring-Stack.
Ergebnis
Seit Februar 2023 läuft die OTA-Auslieferung produktiv ohne State-Verlust: berechenbare IaC-Läufe, Secrets nur im Key Vault, lastabhängige Skalierung und Wartung ohne Service-Ausfall durch PodDisruptionBudgets.

Ergebnisse

02/2023
Live-Betrieb seit · OTA-Plattform auf AKS ohne State-Verlust im laufenden Engagement
1
konsolidierter Terraform-State · statt fragmentierter Einzel-Statefiles mit Drift- und Lock-Risiko
0
Secrets im Code · SecretProviderClass bindet Azure Key Vault direkt in den Cluster
PDB
ohne Service-Ausfall · PodDisruptionBudgets halten Verfügbarkeit bei Node-Wartung und Rolling-Updates

Übersicht Kunde

Branche
Automotive · Connected Car · OTA-Software
Unternehmen
Connected-Car-Software-Einheit eines deutschen Automobilkonzerns · Kernteam 10 Personen
Region
Deutschland
Services
Cloud-/Platform Engineering, AKS-Härtung, Terraform-IaC, Helm-Pipelines, Secret-Management, Observability
Tech-Stack
Azure AKS, Terraform, Helm, Azure DevOps, ACR, Application Gateway, Key Vault, SecretProviderClass, HPA, PDB, ELK
Projektdauer
seit Kick-off 01.02.2023, laufend
Compliance
NIST SP 800 · RBAC · Azure Key Vault · UNECE R156 / ISO 24089 (Branchenrahmen)
Status
Produktiv im Live-Betrieb, Prozessstandardisierung projektübergreifend laufend

Ausgangslage

Software-Produkt reif, Infrastruktur nicht
Moderne Fahrzeuge sind rollende Software-Plattformen: Ein Oberklasse-Auto fährt heute mit über 100 Millionen Zeilen Code. Damit ein Automobilhersteller straßentaugliche Fahrzeuge zuverlässig mit der richtigen Software versorgen kann, braucht er eine Instanz, die Software-Images verwaltet, Fahrzeuge authentifiziert und autorisiert und Updates gesteuert ausliefert. Genau dafür startete die Connected-Car-Software-Einheit das Container-Update-Projekt: eine zentrale Anlaufstelle, die Fahrzeug-Software als OCI-Container bereitstellt und aktualisiert. Als Pexon Consulting hinzukam, war die Anwendungsentwicklung bereits weit fortgeschritten und das Produkt live. Der Engpass lag nicht im Software-Produkt, sondern in der Infrastruktur darunter. Ihr fehlten Stabilität und Resilienz. Live-Betrieb und aktive Weiterentwicklung liefen parallel - eine Kombination, die permanent Stakeholder-Bugs erzeugte und das Team in den Taskforce-Modus zwang, mit wenig Raum für strukturelle Infrastruktur-Arbeit.
Fragmentierter Terraform-State und Drift-Risiko
Der Terraform-Zustand war über viele Einzel-Statefiles verstreut. Das klingt nach organisatorischem Detail, erzeugt aber handfeste Betriebsrisiken: Drift zwischen deklarativem Soll und realem Ist, State-Lock-Konflikte bei parallelen Applies und die Gefahr, dass ein Apply Ressourcen anfasst, die ein anderes Statefile verwaltet. Für eine OTA-Plattform im Automotive-Umfeld ist das kein kosmetisches Problem. Jede unklare Ownership im State verlängert Incident-Fenster und macht Änderungen unvorhersehbar. Parallel fehlte eine projektübergreifende Standardisierung: Use Cases entstanden als Inseln statt als wiederverwendbare IaC-Muster. Der personelle Engpass im Infrastruktur-Bereich verstärkte das Muster, weil Planung und strukturelle Arbeit hinter dem Tagesgeschäft zurückfielen.
Skalierung, Hochverfügbarkeit und Secret-Handling ungelöst
Cluster-Services mussten Node-Wartung und Lastspitzen ohne Ausfall überstehen, waren aber nicht konsequent über HorizontalPodAutoscaler und PodDisruptionBudgets abgesichert. Secrets landeten zu leicht in Manifests oder Code, statt zentral und auditierbar aus dem Azure Key Vault zu kommen. Für Platform Engineer und Cloud-Operations im Live-Betrieb bedeutet das: jedes Wartungsfenster und jedes Deployment trägt unnötiges Risiko, und jedes Secret im Repository ist ein Audit- und Sicherheitsproblem. Die Zahl der zu versorgenden Fahrzeuge kennt nur eine Richtung, deshalb muss die Plattform lastabhängig skalieren können, ohne manuelle Replica-Fixes und ohne dass geplante Cluster-Operationen laufende OTA-Vorgänge abreißen.
Compliance-Druck durch NIST SP 800 und UNECE R156
Software-Updates am Fahrzeug unterliegen strengen regulatorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen. Der branchenweite Rahmen in der EU ist die UNECE-Regelung R156 (Software Update Management System), seit Juli 2022 Voraussetzung für die Typgenehmigung neuer Fahrzeugtypen, flankiert von ISO 24089 für den Software-Update-Engineering-Prozess und UNECE R155 bzw. ISO-SAE 21434 für Fahrzeug-Cybersecurity. Im konkreten Projekt galt auf Infrastruktur-Ebene zusätzlich NIST SP 800. Die Infrastruktur muss nachweisbar konform sein: RBAC, Secret-Management, nachvollziehbare Provisionierung und Observability sind keine optionalen Features, sondern Voraussetzungen dafür, dass aus einem Container-Download eine regulierungsfähige OTA-Plattform wird. Ohne IaC-First und ohne auditierbare Secret-Quelle bleibt Compliance eine nachgelagerte Checkliste statt einer Architektur-Eigenschaft.

Lösung & Vorgehen

1
Terraform-State konsolidieren und IaC berechenbar machen
Der zentrale Hebel war die Konsolidierung des über viele Einzel-Statefiles verstreuten Terraform-States. Pexon Consulting führte den Zustand zusammen, sodass Terraform-Läufe stabiler und zuverlässiger wurden und Änderungen an der Infrastruktur berechenbarer. Der Trade-off ist bewusst gewählt: Viele kleine Statefiles wirken zunächst isolierter und schneller parallelisierbar, erzeugen aber Ownership-Unschärfe, Drift und Lock-Konflikte. Ein konsolidierter State erhöht die Disziplin bei Module-Grenzen und Review, liefert dafür aber einen einzigen, nachvollziehbaren Soll-Zustand. Genau das brauchte die Plattform, um aus dem Taskforce-Modus in planbare Infrastruktur-Arbeit zu kommen. Gleichzeitig setzte Pexon wiederverwendbare IaC-Muster durch, damit Use Cases nicht als Inseln entstehen, sondern projektübergreifend standardisiert provisioniert werden können - derselbe IaC-First-Ansatz wie bei der Azure-Landing-Zone von Gelsenwasser und vergleichbaren AKS-Plattformen.
2
Terraform- und Helm-Pipelines in Azure DevOps
Infrastruktur und Anwendungs-Deployment laufen pipeline-getrieben: Terraform-Pipelines in Azure DevOps provisionieren die Plattform, Helm-Pipelines rollen Deployments als versionierte Charts aus. Der Trade-off gegenüber manuellen kubectl- oder helm-Eingriffen in der Konsole ist klar: Einzelne Shell-Eingriffe sind kurzfristig schneller, skalieren aber nicht für Live-Betrieb plus Weiterentwicklung und hinterlassen keinen belastbaren Audit-Trail. Pipelines machen Provisionierung und Roll-out wiederholbar, reviewbar und an Branch- bzw. Environment-Regeln bindbar. Für das Container-Update-Team bedeutet das weniger Heldenarbeit am Terminal und mehr kontrollierte Delivery. Pexon besetzt die Cloud-Operations-Rolle im Kernteam und hält die Infrastruktur-Planung trotz parallelem Live-Betrieb und Bug-Druck im Zeitplan - personeller Engpass ausgeglichen, ohne dass strukturelle Arbeit dauerhaft hinter Taskforce-Tickets zurückfällt.
3
SecretProviderClass, HPA und PodDisruptionBudgets
Secrets kommen über die Kubernetes SecretProviderClass aus dem Azure Key Vault in den Cluster - nicht aus Manifests oder Code. Das ist der Unterschied zwischen "Secret irgendwo im Repo" und einer zentralen, auditierbaren Quelle unter RBAC und Key-Vault-Policies. Parallel konfigurierte Pexon HorizontalPodAutoscaler, damit Services lastabhängig skalieren statt auf feste Replica-Zahlen festgenagelt zu sein. PodDisruptionBudgets stellen sicher, dass bei Node-Wartung oder Rolling-Updates immer genug Pods verfügbar bleiben. Der Trade-off: HPA und PDB erfordern saubere Resource-Requests, Health-Probes und Budget-Grenzen; ohne sie wirkt Autoscaling chaotisch und Disruption-Schutz wirkungslos. Mit ihnen folgt die OTA-Plattform dem Anfragevolumen und hält laufende Update-Vorgänge auch während geplanter Cluster-Operationen ansprechbar. RBAC auf Kubernetes- und Azure-Ebene sowie ein Monitoring-Stack aus Logstash, Filebeat und Elasticsearch machen Zugriffskontrolle und Observability zur Plattform-Eigenschaft.
4
OTA-Auslieferungspfad und Compliance in der Architektur
Ein OTA-Update am Fahrzeug ist kein einfacher Datei-Download, sondern ein authentifizierter, autorisierter Auslieferungspfad. Technisch läuft er so ab: Die Fahrzeug-Software wird als versioniertes OCI-Image in die Azure Container Registry gepusht. Das Fahrzeug authentifiziert sich gegen den Update-Server; ein Auth- und Autorisierungs-Layer prüft Identität und Berechtigung, bevor irgendein Image ausgeliefert wird. Die Plattform stellt sicher, dass jedes Fahrzeug nur die für Typ und Stand freigegebenen Images erhält - kein pauschaler Broadcast. Die Auslieferung läuft über das Azure Application Gateway; die AKS-Services skalieren über HPA mit. PodDisruptionBudgets halten die Plattform während Wartung ansprechbar. Genau der Auth-Layer macht aus einem Container-Download eine regulierungsfähige OTA-Plattform. NIST SP 800 fließt in IaC, RBAC und Secret-Handling ein, nicht als nachträgliche Checkliste. Netzwerkseitig tragen VNet, NSG, Azure Firewall und Azure Active Directory die Hybrid-Anbindung Cloud/On-Prem; Daten liegen in CosmosDB und PostgreSQL, Compute über Virtual Machine Scale Sets.

Vorher / Nachher

DimensionVorherNachherEffekt
Terraform-Stateviele Einzel-Statefiles, Drift- und Lock-Risikokonsolidierter State, berechenbare AppliesInfrastruktur von instabil auf zuverlässig
Secret-ManagementSecrets in Code oder Manifests möglichSecretProviderClass an Azure Key Vault0 Secrets im Code, auditierbare Quelle
Skalierung und Wartungfeste Replicas, Ausfallrisiko bei Node-WartungHPA lastabhängig, PDB schützt VerfügbarkeitWartung und Rolling-Updates ohne Service-Ausfall
Delivery und ComplianceTaskforce-Modus, Insel-Prozesse, Compliance nachgelagertTerraform- und Helm-Pipelines, NIST SP 800 in IaCplanbare Infrastruktur, wiederverwendbare Muster
“
Der Hebel war nicht noch ein Hotfix, sondern der konsolidierte Terraform-State plus Pipelines, Key Vault und PDB. Seitdem sind Applies berechenbar, Secrets auditierbar und Wartungsfenster kein Ausfallrisiko mehr für die OTA-Auslieferung.
PE
Platform Engineer
Cloud Operations · Container-Update-Team · Connected Car

Eingesetzte Technologien & Services

Azure Kubernetes Service Terraform & Helm Azure DevOps Azure Key Vault HPA & PodDisruptionBudgets ACR & Application Gateway

Häufige Fragen

Was ist eine OTA-Update-Plattform für Connected Cars?
Eine OTA-Update-Plattform (Over-the-Air) ist die Server-Infrastruktur, über die ein Automobilhersteller Fahrzeug-Software drahtlos an Fahrzeuge ausliefert und aktualisiert - ohne Werkstattbesuch. Sie verwaltet OCI-Container-Images, authentifiziert und autorisiert Fahrzeuge und steuert, welches Fahrzeug welche Version erhält.
Welche Standards gelten für OTA-Updates am Fahrzeug?
Regulatorischer Rahmen in der EU ist UNECE R156 (Software Update Management System), seit Juli 2022 Voraussetzung für die Typgenehmigung neuer Fahrzeugtypen, ergänzt um ISO 24089 und UNECE R155 bzw. ISO-SAE 21434 für Cybersecurity. Auf Infrastruktur-Ebene galt im Projekt zusätzlich NIST SP 800 mit RBAC und Key-Vault-Secret-Management.
Warum Azure Kubernetes Service (AKS) für eine OTA-Plattform?
AKS liefert die Skalierung und Resilienz, die eine wachsende Fahrzeugflotte braucht. Über HorizontalPodAutoscaler skalieren Services lastabhängig, PodDisruptionBudgets sichern Verfügbarkeit bei Node-Wartung, und Helm-Pipelines in Azure DevOps machen Deployments wiederholbar - bei Hybrid-Anbindung an On-Prem.
Wie werden Secrets in der OTA-Plattform gehandhabt?
Über die Kubernetes SecretProviderClass werden Secrets aus dem Azure Key Vault in den Cluster eingebunden. Secrets liegen nicht im Code oder in Manifests, sondern in einer zentralen, auditierbaren Quelle unter RBAC - Pflicht für NIST-SP-800-konforme Infrastruktur im Automotive-Live-Betrieb.
Lässt sich dieses AKS-OTA-Setup auf andere Plattform-Projekte übertragen?
Ja. Das Muster aus Terraform-IaC, Helm-Pipelines, AKS mit HPA und PodDisruptionBudgets sowie Key-Vault-Secret-Management ist auf andere skalierbare, compliance-pflichtige Container-Plattformen übertragbar - in Automotive, Energie oder Industrie, unabhängig vom konkreten OTA-Use-Case.
OTA- und AKS-Plattform für Connected Car und Automotive planen
Sie wollen wie diese Connected-Car-Einheit eine skalierbare, NIST-orientierte OTA-Infrastruktur auf Azure AKS betreiben? Pexon Consulting liefert Platform Engineering, Terraform, Helm-Pipelines und Resilienz aus einer Hand.
Jetzt Kontakt aufnehmen

Sie suchen einen Partner für Ihr Projekt?

Wir analysieren Ihren individuellen Bedarf, geben erste Empfehlungen zu Umsetzungsstrategien und bieten Ihnen transparente Einblicke in unsere Methoden, Technologien und Referenzen.

400+
Projekte seit 2020

100+
Kunden im DACH-Raum

ISO
27001 zertifiziert

3
Hyperscaler Partner