Constantin, Consultant für Azure und Datenplattformen bei Pexon Consulting | 10 Min. Lesezeit | 14.09.2026
TL;DR: Power BI einführen in der richtigen Folge
Power BI einführen heißt 2026: ein semantisches Modell, ein Refresh-Weg, Workspace-Rollen, danach ein bis zwei Reports. Pexon Consulting (80 Mitarbeitende, Deutschland, Microsoft Partner, ISO 27001) legt den engen Schnitt in 30 Tagen zu 34.000 EUR, F-SKU extra. Bei AXXCON lief tagesaktuelles Power BI nach rund zwei Monaten. Ein schöner Report auf Excel-Export ist keine Einführung.
| Schicht | Objekt | Abnahme |
|---|---|---|
| Quelle | System plus Gateway | Refresh ohne Handexport |
| Modell | Eine KPI-Definition | Eine Zahl, eine Debatte weniger |
| Zugriff | Workspace-Rolle, RLS | Fachbereich sieht seinen Ausschnitt |
| Fläche | 1-2 Reports | Montags derselbe Stand |
Das Problem: erst die Mappe, dann das Modell
Fachbereiche kommen mit einer Power-Point-Liste: zwölf Blätter, drei Hierarchien, Ampeln. Die IT kauft Pro-Lizenzen und einen Desktop-Install. Nach sechs Wochen gibt es eine PBIX, die nachts auf einem Laptop aktualisiert wird.
Das ist keine Einführung. Das ist ein zweites Excel mit besserer Farbe.
Wir raten davon ab, Power BI einführen mit „wir rollen Desktop aus“ gleichzusetzen. Desktop ist ein Werkzeug. Die Einführung ist der Vertrag über die Zahl.
Pexon Consulting sieht denselben Schnitt im Mittelstand: CRM-Export, On-Prem-Tabelle, eine Shared Mailbox mit „final_v7.xlsx“. Power BI sitzt oben und erbt das Chaos. Die Power-BI-Beratung schneidet genau diese Schicht, nicht den nächsten Visual-Workshop.
Reihenfolge, die wir abnehmen
Die Direktantwort: Quelle und Gateway, dann Modell, dann Rollen, dann Report. Wer den Report zuerst zeigt, muss das Modell später gegen die Fläche biegen.
Quelle. Ein System, das Sie nicht per Mail füttern. Bleibt die Quelle im Netz, gehört das On-Premises Data Gateway in den Plan. August 2026 trägt Version 3000.330, dokumentiert in den monatlichen Gateway-Updates. Power BI Desktop vom 3. September 2026 trägt die Build 2.157.1354.0. Desktop und Gateway sollten in derselben Generation bleiben.
Modell. Ein semantisches Modell, nicht fünf Datasets mit derselben Marge in drei Formeln. Direct Lake auf OneLake kann seit August 2026 Composite Models: Direct Lake neben Import und DirectQuery. Das hilft, wenn eine Dimension On-Prem bleibt. Es ersetzt nicht die eine Definition.
Rollen. Viewer, Member, Contributor, Admin. Row-Level Security, wo der Fachbereich nur die eigene Einheit sieht. Unter einer F-SKU kleiner als F64 braucht jeder Leser Pro, PPU oder Trial. Ab F64 darf ein Free-User mit Viewer-Rolle lesen. Die Einordnung steht im Lizenzierungsleitfaden.
Report. Ein bis zwei Flächen. Auslastung und Soll-Ist reichen als erster Schnitt. Zwölf Blätter sind ein zweites Projekt.
Unsere klare Empfehlung: Nehmen Sie das Modell ab, bevor jemand Farben wählt. Farben sind billig. Zwei Definitionen für Umsatz sind teuer.
- KPI schriftlich, Zähler und Nenner.
- Gateway-Host und Patch-Owner.
- Ein Dataset, eine Measure-Datei.
- Rollen vor dem ersten Share-Link.
- Ein Report, den Controlling ohne Erklärung versteht.
AXXCON: tagesaktuell, Gateway, kein Big Bang
Bei AXXCON (55 Mitarbeitende, Energiewirtschaft, Case 16. Juli 2026) hat Pexon Consulting Excel-Reporting durch Power BI auf einem Fabric-Lakehouse ersetzt. Das On-Premises Data Gateway hat die bestehende Welt gehalten. Auslastung, Umsatz und Soll-Ist sind tagesaktuell, Drill-down bis Projekt und Person.
Rund zwei Monate bis produktiv. Länger als der 30-Tage-Schnitt, weil mehr als ein Modell und ein Report nötig waren. Es bleibt der Beleg: Power BI einführen kann On-Prem lassen.
Der 30 Tage Data Sprint kostet 34.000 EUR Festpreis. Im Scope liegen Lakehouse light, eine Pipeline, ein semantisches Modell und ein bis zwei Reports. Vespa und pgvector sind nicht enthalten. Die F-SKU bleibt extra, siehe F-SKU-Preise.
Wir nennen keine Projekt-Euro-Summe für AXXCON. Die 34.000 EUR gelten nur für den Sprint.
Ein 1-Tages-PoC klärt, ob Fabric und Power BI den Use Case tragen, ohne dass wir hier einen Euro-Betrag für den Workshop setzen.
Measure zuerst, Visual später
Nach dem H2: Ein Measure, das Controlling vorliest, schlägt ein Visual, das niemand erklären kann. DAX ist der Vertrag.
Das folgende Measure ist bewusst klein. Es setzt Soll und Ist in ein Verhältnis. Ohne diese eine Formel entstehen in jedem Team eigene Prozentrechnungen.
-- Auslastung als Vertrag, nicht als Visual-Trick
-- Kommentar: eine Division, kein versteckter Filter im Blatt
Auslastung Soll-Ist =
DIVIDE(
SUM ( Ist[Stunden] ),
SUM ( Soll[Stunden] )
)
Wer dieselbe Rechnung in drei Blättern nachbaut, hat Power BI eingeführt und das Modell umgangen. Der nächste Streit ist vorprogrammiert.
Fabric Runtime 2.0 (Spark 4.1, Delta Lake 4.2, Python 3.13) sitzt unter dem Modell, wenn die Tabellen im Lakehouse leben. Ende September 2026 soll der Runtime Default für neue Workspaces werden. Das betrifft den Refresh unter der Fläche, nicht die Farbe der Karte.
Am 26. August 2026 ist die Kopplung von Power BI Copilot an Fabric Data Agents über die Assistants API entfallen. Copilot auf dem Report ersetzt weder Modell noch Gateway. Wer die Einführung mit Copilot beginnt, beginnt am falschen Ende.
Die Fläche allein steht in Microsoft Fabric im größeren Plattform-Schnitt. Das Pilotprojekt-Muster beschreibt denselben engen Auftrag.
Vergleich: Desktop-Rollout, Workspace-Chaos, gesteuerte Einführung
| Weg | Was ankommt | Wann ja |
|---|---|---|
| Desktop an alle | Viele PBIX, kein Modell | Nie als alleiniger Plan |
| Ein Workspace, viele Autoren | Überschriebene Measures | Kleines Team, harte Regel |
| Modell plus 1-2 Reports | Eine Zahl, geplanter Refresh | Mittelstand, erster Schnitt |
Das ist Geldverschwendung, wenn Sie zuerst 200 Pro-Lizenzen kaufen und danach das Modell suchen. Dann zahlen Sie Sitze für Flächen, die sich widersprechen.
Pexon Consulting ist Microsoft Partner, nicht Featured Partner. ISO 27001 ja. 24/7-Betrieb nein. Wer um 3 Uhr nachts einen Refresh-Notruf erwartet, plant ihn intern.
Governance, die nach der ersten Fläche kommt
Power BI einführen endet nicht, wenn der erste Report im Service hängt. Ohne drei Regeln wächst die Fläche wieder zur Schatten-BI.
Measure-Datei. Eine Stelle, an der Auslastung und Umsatz stehen. Wer Measures in der PBIX versteckt und kopiert, erzeugt in Woche sechs die zweite Wahrheit. Deployment Pipelines oder Git auf dem Workspace helfen nur, wenn die Datei existiert.
Workspace-Schnitt. Rohdaten, Modell und Report nicht in denselben Topf. Autoren schreiben am Modell. Fachbereich liest den Report-Workspace. App-Freigabe statt nackter Workspace-Links, sobald mehr als ein Team liest.
Refresh-Kalender. Tagesaktuell heißt ein sichtbarer Zeitplan, kein „jemand klickt vor der Sitzung“. Gateway-Patch und Dataset-Refresh haben verschiedene Owner. Wenn beide Rollen auf derselben Person liegen und die Person im Urlaub ist, fällt der Stand aus.
Diese drei Regeln kosten keine zweite Lizenzstaffel. Sie kosten Disziplin. Ohne sie haben Sie Power BI ausgerollt und die Einführung verschoben.
Ein kurzer Praxischeck nach vier Wochen: Wer ändert das Measure ohne Review? Wer sieht den letzten Refresh im Service, ohne uns anzurufen? Wenn beide Fragen ins Leere laufen, ist die Fläche live und der Betrieb nicht.
Superset als zweite Fläche kann später dazukommen, wenn ein Team kein Microsoft-Frontend will. Die Plattform darunter bleibt dasselbe Modell. Eine zweite Fläche ohne Modell ist der alte Export unter neuem Namen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet es, Power BI einzuführen?
Der enge Schnitt bei Pexon Consulting liegt bei 34.000 EUR Festpreis für 30 Tage: Lakehouse light, eine Pipeline, ein semantisches Modell, ein bis zwei Reports. F-SKU extra. Vespa und pgvector nicht enthalten. Lizenzen (Pro, PPU, F-SKU) rechnet Microsoft getrennt.
Power BI einführen oder zuerst Fabric?
Kommt darauf an. Wenn nur eine Import-Quelle und ein Team lesen, reicht Power BI mit einem sauberen Modell. Sobald On-Prem, mehrere Quellen und ein gemeinsamer Speicher dazukommen, gehört Fabric unter die Fläche. Die Fläche allein löst die Quellen nicht.
Brauchen wir das On-Premises Data Gateway?
Ja, sobald eine Quelle im eigenen Netz bleibt. Version 3000.330 (August 2026) ist der Stand, gegen den wir Desktop 2.157.1354.0 halten. Ohne Patch-Owner gehört der Refresh nicht in den Produktivbetrieb.
Wie lange bis zum ersten glaubwürdigen Report?
Der Sprint ist auf 30 Tage geschnitten. Bei AXXCON (55 Mitarbeitende, Case 16. Juli 2026) lagen rund zwei Monate bis zum tagesaktuellen Stand, weil mehr als ein Report nötig war. Ohne Modell-Abnahme gibt es keine ehrliche Dauer.
Ersetzt Copilot die Einführung?
Nein. Copilot liest, was das Modell hergibt. Die Assistants-Kopplung an Fabric Data Agents ist seit 26. August 2026 weg. Wer ohne Measure und ohne Rolle startet, bekommt flüssigen Text auf wackligen Zahlen.
Nächster Schritt
Die nächste Entscheidung ist der Schnitt aus Modell, Gateway und Fläche, nicht die nächste Visual-Galerie.
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