Pexon Consulting | 10 Min. Lesezeit | 19.06.2026
TL;DR
Open WebUI hat eingebaute RAG-Funktion, reicht aber für Enterprise-Wissens-Chatbots aus SharePoint, Confluence oder größeren PDF-Beständen nicht aus — die produktive Antwort ist Open WebUI plus externe RAG-Pipeline (Azure AI Search oder pgvector) plus Document-Intelligence-Ingestion. Pexon Consulting baut den Setup in 4 Wochen als Festpreis-Sprint zwischen 32 und 58k EUR.
Warum die eingebaute RAG-Funktion oft nicht reicht
Wir hören das oft im Sprint-Discovery: „Wir haben Open WebUI mit der eingebauten Knowledge-Funktion getestet. 50 PDFs hochgeladen, läuft super. Jetzt sollen 8.000 Dokumente aus SharePoint dazu kommen — und plötzlich fallen die Antworten qualitativ ab.“
Die eingebaute RAG-Funktion ist für kleine Wissens-Sets gedacht. Bei produktiven Enterprise-Setups stößt sie an vier Grenzen.
Grenze 1: Volumen. Bei mehr als 1.000-2.000 Dokumenten leidet die Retrieval-Qualität, weil die eingebaute Chunking-Strategie zu einfach ist.
Grenze 2: Format-Robustheit. PDFs mit Tabellen, Excel-Files, Word-Dokumente mit Bildern werden suboptimal verarbeitet. Mehr zur Document-Intelligence-Pipeline-Architektur.
Grenze 3: Permission-Layer. Eingebaute RAG zeigt allen Usern alle Dokumente. Bei Multi-Team-Setups oder Compliance-Anforderungen Pflichthölle. Mehr zum Entra-ID-Permission-Layer-Pattern.
Grenze 4: Quell-System-Sync. Eingebaute Knowledge ist Upload-basiert. Wenn SharePoint-Dokumente sich ändern, müsst ihr neu hochladen.
Die Pexon-Standard-Architektur
Open WebUI als Frontend, externe RAG-Pipeline als Backend.
│
▼
LiteLLM Gateway
│
▼
RAG-API-Pipeline
│ │
▼ ▼
Azure AI Search LLM Backend
(Vector + ACL) (Azure OpenAI EU)
│
▼
Document Intelligence
(Ingestion aus
SharePoint, PDFs, etc.)
Komponente 1: Document Intelligence für Ingestion. Microsoft Azure Document Intelligence liest PDFs, Word, Excel strukturiert. Custom-Modelle für domain-spezifische Dokumente (Verträge, Datenblätter, Lastenhefte) werden trainiert.
Komponente 2: Azure AI Search als Vector-Store. Index mit Metadata pro Chunk: tenant_id, allowed_groups, source_document, chunk_position. Bei Retrieval wird User-Permission-Filter angewendet. Mehr zum Azure AI Search vs pgvector-Vergleich.
Komponente 3: RAG-API als Middleware. Pexon-Standard-Komponente, die Open WebUI plus AI Search verbindet. Liefert Retrieval-Treffer mit Citation, schreibt Audit-Trail.
Komponente 4: LiteLLM als LLM-Gateway. Routing zwischen Provider-Backends nach Daten-Klassifikation. Mehr im LLM-Gateway-Konzept.
Das Permission-Pattern im Detail
Wichtigster Differenzierungspunkt gegenüber eingebauter RAG.
Pro Dokument wird die ACL aus dem Quell-System (z.B. SharePoint) übernommen — welche Gruppen oder User dürfen das Dokument sehen. Im Vector-Index landet diese ACL als Metadata allowed_groups.
Bei jeder Anfrage liefert Open WebUI den User-Identity an die RAG-API. Die API holt die Gruppen-Memberships aus Entra ID, filtert den Index-Lauf auf allowed_groups ∈ user_groups.
# Beispiel: Retrieval mit Permission-Filter
def retrieve_with_permissions(query, user_id):
user_groups = get_entra_groups(user_id) # Memberships aus Microsoft Graph
results = ai_search_client.search(
search_text=query,
vector=embed(query),
filter=f"allowed_groups/any(g: search.in(g, '{','.join(user_groups)}'))",
top=10
)
audit_log.write({
"user_id": user_id,
"query_hash": hash(query),
"result_doc_ids": [r["doc_id"] for r in results],
"groups_applied": user_groups
})
return results
Damit sieht der HR-User nur HR-Dokumente, der Vorstands-User auch Vorstandsprotokolle. Audit-Trail dokumentiert jede Anfrage.
Pexon-Sprint und Investment
4-Wochen-Festpreis-Sprint:
- Woche 1 — Discovery und Architektur. Quellen-Inventur (SharePoint, Confluence, File-Server), Permission-Mapping, Document-Bestand-Analyse.
- Woche 2 — Ingestion und Indexierung. Document-Intelligence-Pipeline, AI-Search-Setup, Permission-Layer-Konfiguration.
- Woche 3 — RAG-API und Open-WebUI-Integration. RAG-Middleware, Open-WebUI-Plugin-Konfiguration, LLM-Gateway-Anbindung.
- Woche 4 — Audit, Übergabe. Audit-Pipeline, Pen-Test der Permission-Layer, Schulung.
Investment-Festpreis: 32-58k EUR je nach Komplexität. Untere Spanne bei einfacher Single-Source-Anbindung, obere Spanne bei Multi-Source mit komplexer Permission-Struktur.
Häufig gestellte Fragen
Reicht die eingebaute RAG-Funktion wirklich nie?
Bei kleinen Pilot-Setups (50-500 Dokumente, 1 Team, keine ACL-Anforderung) reicht sie aus. Sobald ihr in Production-Setups landet oder Compliance-Druck habt, ist die externe Pipeline der pragmatische Pfad.
Was bei sehr großen Dokumenten-Beständen (>100.000)?
Skaliert linear. Wir haben Setups bei einem Versicherungs-Kunden mit über 180.000 Dokumenten produktiv. Initial-Indexierung dauert 12-24 Stunden, inkrementelle Updates im Sekunden-Bereich pro Dokument.
Wie verhält sich Onyx zu diesem Setup?
Onyx liefert eine ähnliche Pipeline plus 40+ vorgefertigte Connectoren. Bei klar SharePoint-zentrischen Setups ist die Pexon-Custom-Pipeline pragmatischer; bei Multi-Source-Anforderungen lohnt Onyx. Mehr im Onyx vs Open WebUI-Vergleich.
Was bei nicht-Microsoft-Quell-Systemen (Confluence, Notion, Jira)?
Wir bauen Custom-Konnektoren oder nutzen Onyx als Connector-Layer. Engineering-Aufwand pro Quelle 2-4 Tage.
Wie sicher ist die Permission-Übernahme?
In Pexon-Setups führen wir Pen-Tests mit synthetischen Cross-Permission-Anfragen. Bei aktuellen Setups erreichen wir 100% Treff-Genauigkeit bei korrekt konfiguriertem Sync. Bei Pflegehysterie in den Quell-ACLs (SharePoint mit direkten User-Permissions statt Gruppen) sind die Setups schwieriger — Pre-Sprint-Bereinigung der ACLs ist Pflicht. Mehr zum Multi-Tenant-RAG-Pattern.
Nächster Schritt
Wenn ihr Wissens-Chatbot mit eigenen Dokumenten und Permission-Layer braucht: 60-Minuten-Architektur-Call. Wir skizzieren den Sprint.
Verwandte Themen
→Document-Intelligence-Pipeline mit AI Search Indexer
→Entra-ID-Permission-Layer für die Vector-DB
→Onyx vs Open WebUI im Enterprise-RAG-Vergleich



