Pexon Consulting | 10 Min. Lesezeit | 19.06.2026
TL;DR
Lakehouse mit Medallion-Pattern (Bronze, Silver, Gold) ist 2026 die Standard-Architektur für Daten-Plattformen — sowohl auf Microsoft Fabric (OneLake) als auch Databricks (Unity Catalog). Pexon Consulting setzt produktive Lakehouses in 4-6 Wochen als Festpreis-Sprint zwischen 32 und 58k EUR mit klarer Medallion-Trennung, Audit-Trail und Multi-Use-Case-Anbindung.
Warum Medallion sich als Standard durchgesetzt hat
Wir hören das wöchentlich in CTO-Erstgesprächen: „Bronze/Silver/Gold — warum diese Schichtung? Reicht nicht eine Schicht?“
Drei Gründe für die Drei-Schichten-Architektur.
Grund 1: Audit-Konsistenz. Bronze hält Rohdaten unverändert. Bei Audit-Anfragen oder Datenstreit ist Bronze die Quelle der Wahrheit. Mehr im breiten Compliance-as-Code-Pattern.
Grund 2: Pipeline-Wiederverwendung. Silver-Schicht wird von mehreren Use-Cases gemeinsam genutzt. Statt jede Pipeline eigene Bereinigung zu bauen, einmal Silver, alle profitieren.
Grund 3: Performance. Gold-Schicht ist auf Read-Performance optimiert. BI-Dashboards lesen aus Gold, nicht aus Silver.
Bronze-Layer im Detail
Was passiert hier. Rohdaten von Quell-Systemen (SAP, IIoT, APIs, File-Uploads) landen unverändert in Delta-Lake-Format. Schema-on-Read, kein Validierungs-Schritt.
Wichtige Designentscheidungen.
- Append-Only. Bronze wird nicht überschrieben, nur ergänzt.
- Versionierung. Delta-Lake-Versionierung ermöglicht Point-in-Time-Restore.
- Aufbewahrung. Typisch 7-10 Jahre bei regulierten Branchen.
# Beispiel: Bronze-Ingestion in Databricks
import dlt
@dlt.table(name="bronze_sap_orders", comment="Roh-Aufträge aus SAP")
def bronze_sap_orders():
return (
spark.readStream
.format("cloudFiles")
.option("cloudFiles.format", "json")
.option("cloudFiles.schemaLocation", "/Volumes/schemas/bronze/")
.load("/Volumes/raw/sap/orders/")
)
Mehr zur konkreten Implementierung im Fabric vs Databricks-Vergleich.
Silver-Layer im Detail
Was passiert hier. Daten werden bereinigt, validiert, mit Kontext angereichert. Schema-on-Write, klare Datentypen.
Typische Transformationen.
- Plausibilitäts-Checks (numerische Bereiche, Format-Validierung).
- Joins mit Stamm-Daten (z.B. Aufträge mit Kunden-Details).
- Einheiten-Normalisierung (kWh, EUR, kg).
- Duplikat-Entfernung.
@dlt.table(name="silver_orders_enriched")
def silver_orders_enriched():
return (
dlt.read_stream("bronze_sap_orders")
.join(dlt.read("silver_customers"), on="customer_id", how="left")
.withColumn("order_value_eur", convert_to_eur(F.col("amount"), F.col("currency")))
.filter(F.col("order_value_eur") > 0)
.dropDuplicates(["order_id"])
)
Gold-Layer im Detail
Was passiert hier. Aggregate für konkrete Use-Cases. Pro Use-Case eigene Gold-Tabelle.
Typische Aggregationen.
- Monats-Umsätze pro Region und Produktkategorie.
- Tages-OEE pro Maschine.
- Quartals-Scope-Emissionen pro Standort. Mehr im CSRD-Reporting-Pattern.
@dlt.table(name="gold_revenue_by_region_month")
def gold_revenue_by_region_month():
return (
dlt.read("silver_orders_enriched")
.groupBy("region", F.date_trunc("month", "order_date").alias("month"))
.agg(F.sum("order_value_eur").alias("revenue_eur"))
)
Power BI oder Tableau lesen aus Gold via Direct Lake (Fabric) oder Unity Catalog (Databricks).
Häufige Engineering-Fallen
Falle 1: Silver-Schicht überspringen. Direkter Sprung von Bronze zu Gold führt zu Mehrfach-Bereinigung in verschiedenen Gold-Tabellen. Pflegehölle.
Falle 2: Gold-Aggregate als View statt Tabelle. Bei großen Daten-Volumen lohnt sich materialisierte Aggregation als physische Tabelle.
Falle 3: Bronze-Schicht zu sauber haben wollen. Bronze MUSS rohe Daten enthalten. Wer hier bereinigt, verliert Audit-Konsistenz.
Falle 4: Schema-Evolution unkontrolliert. Bei Quell-System-Änderungen muss Schema-Evolution kontrolliert ablaufen. Delta Lake hilft, aber nicht ohne Konfiguration.
Wann Medallion sich nicht lohnt
Bei sehr kleinen Setups mit < 5 Workloads und < 100 GB Daten ist Medallion oft Over-Engineering. Direct-Load in eine einzelne Schicht reicht.
Sobald 8+ Workloads, mehrere Quell-Systeme oder Compliance-Anforderungen greifen, ist Medallion der pragmatische Pfad.
Pexon-Sprint und Investment
4-6-Wochen-Festpreis-Sprint: 32-58k EUR. Plattform-Setup, Medallion-Architektur, Ingestion-Pipelines, BI-Anbindung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Plattform unterstützt Medallion besser?
Sowohl Fabric (OneLake) als auch Databricks (Unity Catalog) sind voll Medallion-tauglich. Mehr im Plattform-Vergleich.
Wie verhält sich das mit Streaming-Daten?
Streaming-Daten landen in Bronze direkt aus Eventstream oder Structured Streaming. Silver- und Gold-Transformationen mit Delta Live Tables (Databricks) oder Notebook (Fabric).
Was bei sehr großen Bronze-Volumen?
Lifecycle-Policies. Heißes Bronze (< 30 Tage) auf Hot-Tier, älteres auf Cool oder Archive. Bei einem Pexon-Setup haben wir damit 65% Storage-Kosten gespart.
Können wir Medallion in PostgreSQL nachbauen?
Technisch ja, aber Delta-Lake-Features (Time-Travel, Schema-Evolution, ACID-Transactions auf Daten-Lakes) fehlen. Bei kleinen Setups Postgres ok, bei Skalierung Lakehouse der pragmatische Pfad.
Wie verhält sich das mit Microsoft Fabric OneLake?
OneLake nutzt Delta Lake nativ. Medallion-Pattern dort identisch zu Databricks. Mehr im OneLake-Detail.
Nächster Schritt
Wenn ihr Lakehouse-Architektur produktiv aufsetzen wollt: 30-Minuten-Call. Wir skizzieren Sprint.
Verwandte Themen
→OneLake erklärt: Das Daten-Fundament von Fabric
→Databricks vs Snowflake im Lakehouse-Data-Warehouse-Vergleich
→Maschinendaten-Lakehouse in Microsoft Fabric mit OPC UA



