Geschäftsgeheimnis KI Fertigung: CAD nicht ins Public LLM

Geschäftsgeheimnis KI Fertigung: Public ChatGPT auf CAD zerstört den GeschGehG-Schutz. Gateway, No-Training und Kill-Switch statt Consumer-LLM.

2 Sep.. 2026 | Compliance

Inhaltsverzeichnis

Constantin Budin, Principal Data & AI bei Pexon Consulting | 9 Min. Lesezeit | 02.09.2026


TL;DR

Geschäftsgeheimnis KI Fertigung hängt an angemessenen Geheimhaltungsmaßnahmen nach Paragraph 2 GeschGehG, nicht am Wert der CAD-Datei. Public ChatGPT ohne Gateway, ohne No-Training und ohne Zugriffskontrolle zerstört diesen Schutz. Pexon Consulting (80 Mitarbeitende, Deutschland, Microsoft Partner) baut den einzigen Prompt-Weg mit Kill-Switch statt Consumer-ChatGPT.

Public ChatGPT Gateway im Werk
Geheimhaltungsmaßnahme fehlt ein Prompt-Weg, RBAC, No-Training
Nachweis im Streit Screenshot der Richtlinie Audit wer, wann, welches Modell
Exit Account bleibt Modell auf null

Das Problem: die Zeichnung ist wertvoll, die Maßnahme fehlt

Konstrukteure legen STEP-Dateien, Screenshots aus NX und Stücklisten in die öffentliche ChatGPT-Oberfläche, weil die interne Suche unbequem ist. Der Justiziar sagt, die Geometrie sei das Kronjuwel. Beide Sätze können gleichzeitig wahr sein. Der Schutz nach dem Geschäftsgeheimnisgesetz fällt trotzdem, wenn die angemessene Maßnahme fehlt.

Paragraph 2 Nummer 1 GeschGehG verlangt drei Dinge kumulativ: die Information ist in den Fachkreisen nicht allgemein bekannt, sie hat deshalb wirtschaftlichen Wert, und sie ist Gegenstand angemessener Geheimhaltungsmaßnahmen. CAD, PLM-Stände, Rezepturen erfüllen die ersten beiden Punkte fast immer. Der dritte Punkt ist der Hebel. Und genau dort sitzt Public LLM.

Wir raten strikt ab, Consumer-ChatGPT (gpt-4.1 im Browser) oder einen ungeregelten Copilot auf dem Vault als geduldeten Schattenweg zu belassen. Name schwärzen, Rest lassen: Toleranzen, Werkstoff, Losgröße, Kundenkontur. Das reicht zur Re-Identifikation.

Seit dem 2. August 2026 greifen weitere Pflichten der KI-Verordnung. Art. 4 (KI-Kompetenz) gilt schon seit dem 2. Februar 2025. Beides ersetzt GeschGehG nicht. Wer Konstrukteure ohne Klasse und ohne Sperre prompten lässt, hat den Geheimnisschutz und die Kompetenzpflicht gleichzeitig offen.

Die Wertschöpfungskette in der Fertigung braucht KI. Sie braucht sie nicht auf chatgpt.com.


Was Geschäftsgeheimnis KI Fertigung der IT abverlangt

Die kurze Antwort: Sie müssen nachweisen können, dass Sie die Zeichnung wie ein Geheimnis behandelt haben. Nicht, dass sie teuer war.

Angemessen heißt 2026 in diesem Setup: Zugriff nur für die Rollen, die die Datei brauchen (dieselben Rollen wie im PLM), kein unkontrollierter Abfluss an Dritte, Vertrag plus Technik gegen Training, ein Weg statt fünf Browser-Tabs. Eine Richtlinie ohne Netz-Sperre ist keine Maßnahme, die im Streit hält.

Paragraph 4 stellt das unbefugte Erlangen, Nutzen und Offenlegen unter das Verletzungsregime. Ein Public-LLM-Prompt mit Konstruktionsstand ist Offenlegen an einen Dritten, dessen Unterauftragnehmer und Cache Sie nicht steuern. Paragraph 23 ist die strafrechtliche Untergrenze bei Vorsatz, bis zu drei Jahren. Das ist nicht die Bau-Spezifikation. Die Bau-Spezifikation ist der Prompt-Weg davor.

Fertigung ist kein Berufsgeheimnisträger. Es gibt keine Kammer-Anlage und keine Mandanteneinwilligung, die Sie hier analog setzen. Der Hebel ist ausschließlich die Geheimhaltungsmaßnahme.

Unsere Position: HITL sitzt vor dem Versand nach außen (Lieferant, Kunde, Patentanwalt). Internes Skizzieren im Tenant oder on-prem bleibt Assistenz. Autonomer Versand einer bemaßten Zeichnung ist in diesem Setup Geldverschwendung an Haftung.

Wer nur NDA mit dem Cloud-Anbieter vorzeigt, hat eine vertragliche Scheibe. Das Gesetz fragt nach der tatsächlichen Behandlung. Der Screenshot „No-Training auf der Website“ ist kein Vertrag und keine Zugriffskontrolle.


Public LLM vs. Tenant: wo der Schutz kippt

Ein Konstrukteur, der eine Variante in 20 Minuten vom Modell beschreiben lässt, spart real einen halben Tag Suche. Deshalb verbietet sich das Verbot ohne Alternative. Deshalb sehen wir in Werks-Audits denselben Schattenweg, den der Schatten-KI-Audit im Werk schon als Messproblem beschreibt.

Der Kipppunkt ist nicht „KI ja oder nein“. Der Kipppunkt ist: verlässt die Geometrie den kontrollierten Kreis. Public ChatGPT, Claude.ai, ungeregelter Copilot auf einem privaten Tenant: der Kreis ist dann der Anbieter plus dessen Unterauftragnehmer.

Weg A: Modell im Kundentenant oder on-prem. Weg B: EU-Inferenz hinter Vertragskette, No-Training, Subprocessor-Liste. Public ChatGPT ist keiner der Wege.

# Klasse vor dem Modell, nicht im System-Prompt
def darf_ins_modell(dokument: dict, modell: str) -> bool:
    if dokument.get("klasse") in {"geheimnis", "cad_plm"} and modell == "public_llm":
        return False
    if dokument.get("klasse") == "cad_plm" and not dokument.get("rbac_ok"):
        return False
    return True

Die STEP-Datei selbst muss nicht ins Modell. Oft reicht eine redigierte Stückliste oder eine anonymisierte Geometrie-Beschreibung. Den technischen Pfad für STEP und Claude haben wir extra gelegt: CAD und STEP mit Kontrollpfad. Geschäftsgeheimnis KI Fertigung ist die Rechtsfrage davor: hält Paragraph 2 noch, wenn der Prompt-Weg öffentlich ist? Unsere Antwort: nein, solange der Schattenweg offen ist.

Maschinenverordnung und CE sind hier nicht das H1. Ein Copilot auf CAD ist keine Sicherheitskomponente der Maschine. Wer das vermischt, baut das falsche Nachweisbuch.

Das läuft jetzt im POC. Was für den Produktivbetrieb fehlt: Datenklasse am Gateway, PLM-RBAC, No-Training in der Kette, Netz-Sperre, Kill-Switch. Den Produktivweg beschreibt KI Fertigung nach GeschGehG. Den Sprung klären Sie im Plattform-Check (45 Min).

So sieht die technische Einhaltung aus

Pexon Consulting verdrahtet die Maßnahme, ersetzt sie nicht. Die Entscheidung, ob die Geheimhaltung angemessen ist, bleibt beim Inhaber und bei dessen anwaltlicher Prüfung. Wir bauen den einzigen Prompt-Weg.

Ein Gateway, durch das jeder Request mit CAD-, PLM- oder Rezepturbezug läuft. SSO aus dem Werksverzeichnis. Rechte analog PLM, keine zweite Benutzerverwaltung. Audit: wer, wann, welches Modell, Datenklasse ja oder nein. Betrieb sieht Metriken, nicht die Zeichnung.

Kill-Switch: Modell oder Pfad in Minuten auf null, ohne die Oberfläche neu zu kaufen. Betrieb ist 8×5. Ein getesteter Schalter braucht keinen Rund-um-die-Uhr-Mythos.

Die Fertigungs-Use-Cases sitzen auf der Wertschöpfungs-Hub-Seite. Geschäftsgeheimnis KI Fertigung ordnet die Bedingung, unter der der Use-Case den Schutz nicht verbrennt.

Was Phase 0 konkret listet: jeder Browser-Weg, jeder private Copilot-Ordner auf C-Ständen, welche Modelle schon im Tenant liegen, welche PLM-Rollen Zeichnungen sehen. Ohne diese Liste sperren wir URLs ins Leere.

Wir sehen bei Kunden denselben Satz: „Wir haben TISAX, also ist ChatGPT unkritisch.“ TISAX ist ein Assessment-Rahmen. Er ersetzt nicht die Maßnahme am Prompt. Wer das gleichsetzt, kauft ein Siegel und bleibt im GeschGehG offen.


Checkliste vor dem ersten CAD-Prompt

Sieben Punkte, ohne die die erste Zeichnung nicht in ein Modell darf:

  1. Consumer-ChatGPT und private Accounts sind inventarisiert, direkte URLs im Werksnetz gesperrt.
  2. Datenklasse „vertraulich / Geheimnis“ sitzt vor dem Gateway, analog PLM.
  3. No-Training steht im Vertrag, nicht auf der Anbieter-Website.
  4. Unterauftragnehmer von Inferenz und Monitoring sind gelistet.
  5. RBAC kommt aus dem Verzeichnis bzw. PLM, nicht aus einer zweiten Liste in Confluence.
  6. Versand nach außen erst nach Freigabe. Internes Skizzieren im Tenant kann schmal starten.
  7. Kill-Switch einmal getestet. Audit ohne Klartext-Vollprotokoll für den Betrieb.

Unsere klare Empfehlung: erst den Schattenweg schließen, dann den ersten Use Case. Wer ein Modell kauft und die Klasse nachzieht, hat die Reihenfolge falsch.

Pexon Consulting, 80 Mitarbeitende in Deutschland, Microsoft Partner, ISO 27001. Wir bauen den Weg. Das Siegel „geschützt nach GeschGehG“ stellen wir nicht aus.

Was der Plattform-Check in 45 Minuten klärt: Welche C-Stände liegen heute schon in einem Public LLM? Welche PLM-Rolle darf welche Klasse sehen? Steht No-Training im Vertrag oder nur auf der Website? Ist die Consumer-URL im Werksnetz noch erreichbar? Wenn der Schattenweg offen ist, bringt ein zweites Copilot-Lizenzpaket nichts. Es verdoppelt den Abfluss.

Ein häufiger Einwand aus der Konstruktion: „Wir schicken nur Screenshots, nie das native STEP.“ Der Screenshot trägt Bemaßung, Toleranz, Werkstoff, oft den Kundennamen im Schriftfeld. Für Paragraph 2 ist das keine harmlose Skizze. Es ist dieselbe Information in einem anderen Container. Deshalb sitzt die Klasse vor dem Modell, nicht hinter der Dateiendung.

Wer den Schutz halten will, behandelt Screenshot, STEP und Stückliste gleich: ein Weg, eine Rolle, ein Audit. Wer drei Wege offen lässt, hat drei Stellen, an denen die Maßnahme bricht.

Pexon Consulting baut das nicht als Verbotskultur. Konstrukteure behalten eine Oberfläche, die so schnell ist wie der Browser-Chat. Der Unterschied sitzt darunter: Klasse, Vertrag, Route. Wer nur die Richtlinie verschärft und den Weg offen lässt, erzeugt Umgehungen. Das haben wir oft genug gemessen. Deshalb Phase 0 vor dem Modellkatalog, nicht danach.

Justiziar und CTO müssen denselben Ist-Stand sehen. Der eine denkt in Unterlassung, der andere in Durchsatz. Geschäftsgeheimnis KI Fertigung ist die gemeinsame Sprache: Klasse vor dem Modell. Ohne diese Sprache kaufen beide das falsche Paket.


Häufig gestellte Fragen

Reicht eine KI-Richtlinie für Geschäftsgeheimnis KI Fertigung?

Nein. Die Richtlinie ist Organisation. Ohne Netz-Sperre, ohne Klasse vor dem Modell und ohne Vertragskette bleibt der Schattenweg die tatsächliche Behandlung.

Was kostet das Gateway auf CAD- und PLM-Daten?

Endpreis nach Scope, ohne Lockvogelzahl. Der Plattform-Check in 45 Minuten klärt Klasse, Weg und Kill-Switch. Modelle und Lizenzen bleiben extra.

Public ChatGPT vs. Copilot im Tenant: was ist weniger schlecht?

Kommt drauf an, aber: ungeregelter Copilot auf dem Vault ist immer noch Abfluss, wenn die Klasse fehlt. Public ChatGPT ist der Kill-Fall. Tenant oder On-Prem mit No-Training ist der Weg, den wir bauen.

Fällt der GeschGehG-Schutz wirklich durch einen Prompt?

Im Streit müssen Sie angemessene Maßnahmen nachweisen. Ein offener Public-LLM-Weg ist das Gegenteil. Ob ein einzelner Prompt den Schutz vollständig zerstört, prüft der Anwalt am Fall. Technisch behandeln wir den Weg als Kill-Fall.

Ist das dasselbe wie NIS2 in der Fertigung?

Nein. NIS2/BSIG ist Betreiberpflicht auf die IT. GeschGehG ist der Geheimnisschutz auf CAD und Rezeptur. Zwei Nachweise, ein Gateway.


Nächster Schritt

Wenn Konstrukteure die Zeichnung schon im Browser haben, ist der nächste Schritt der Prompt-Weg, nicht ein weiteres Frontend. Mitbringen sollten Sie die PLM-Rollen und die Liste der Modelle, die heute schon C-Stände sehen. Den Stand klären Sie im Plattform-Check oben.


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