Constantin Budin, Principal Data & AI bei Pexon Consulting | 9 Min. Lesezeit | 02.09.2026
TL;DR
EnWG 6a KI heißt: wirtschaftlich sensible Netzinformationen erreichen den eigenen Vertrieb nicht, auch nicht als Chunk im gemeinsamen RAG. SharePoint-Rechte allein halten die Wand nicht. Pexon Consulting (80 Mitarbeitende, Deutschland, Microsoft Partner) trennt Indizes, setzt RBAC vor dem Retrieval und HITL vor jedem Spartenwechsel. Consumer-ChatGPT als gemeinsamer Speicher schließen wir zuerst.
Das Problem: ein Index, zwei Sparten, keine Wand
IT und Vertrieb hängen Netz-GIS, Anschlussbegehren und CRM an dasselbe RAG. Der Gleichbehandlungsbeauftragte hat eine Folie. Der Chunk kennt keine Sparte.
Paragraph 6a EnWG verpflichtet vertikal integrierte Unternehmen und Netzbetreiber, die Vertraulichkeit wirtschaftlich sensibler Informationen aus der Netztätigkeit zu wahren. Absatz 2 Satz 3: gegenüber anderen Teilen des Unternehmens. Vertrieb ist ein anderer Teil, auch unter einem Dach.
Wir raten strikt ab, ein gemeinsames RAG als Produktivitätsgewinn zu verkaufen. Es ist Entflechtungsbruch mit Vektorsuche. Die Dateiberechtigung in SharePoint ändert nichts, sobald der Embedder beide Korpora mischt.
Seit dem 2. August 2026 greifen weitere Pflichten der KI-Verordnung. Das ersetzt Paragraph 6a nicht. Transparenzpflichten am Modell ändern nicht, ob der Vertriebs-Prompt den Netz-Index sieht.
Der VKU vertrat zum 24. März 2026 1.607 Mitgliedsunternehmen. PwC (Lage 2025, ZfK 13. April 2026) sieht 79 Prozent der befragten EVU bei KI, 61 Prozent noch im PoC. Genau dort skaliert das gemischte RAG den Bruch, bevor jemand die Wand verdrahtet.
Was EnWG 6a KI dem Stadtwerk abverlangt
Die kurze Antwort: zwei (oder mehr) Korpora. Netz-Gruppe sieht Netz-Index. Vertrieb sieht Vertrieb. Das Gateway prüft die Klasse vor dem Retrieval. Kein Cross-Encoder über beide Speicher.
Wirtschaftlich sensibel heißt in der Praxis: Engpasslage, Anschlussbegehren, interne Redispatch-Lage, ungeöffnete Ausschreibung, GIS-Details mit Wettbewerbsbezug. Die Bundesnetzagentur spricht von Netzkundeninformationen, die Wettbewerbern auf vor- oder nachgelagerten Märkten einen Vorteil verschaffen könnten. Wir erfinden keine abschließende Legaldefinition. Wir schneiden die Architektur an diesen Beispielen.
Absatz 2 Satz 1 und 2: wenn das Unternehmen eigene Informationen offenlegt, dann nicht diskriminierend. EnWG 6a KI verkauft keine Bevorzugung des Eigenvertriebs. Die Wand schützt den Markt, nicht den Vertriebsvorstand.
Unsere klare Empfehlung: erst trennen, dann den ersten Netz-Use-Case intern. Der Nachweis im Pilot ist, dass derselbe Prompt als Vertriebs-User leer oder gefiltert zurückkommt. Wer den gemeinsamen Index stehen lässt und „Rechte später“ verspricht, hat Absatz 2 Satz 3 nicht verstanden.
Die Netz-IT schon bei der Beschaffung hängt an KI Stadtwerke nach 5c EnWG. Personenbezogene Messdaten hängen an KI Messstellenbetreiber nach 49 MsbG. Drei Pflichten, drei Seiten. NIS2 ist hier nicht die Überschrift.
# Klasse vor dem Retrieval, kein gemeinsamer Index
def darf_retrieven(user: dict, index: str, chunk: dict) -> bool:
if index == "netz" and user.get("sparte") != "netz":
return False
if chunk.get("klasse") == "netz_sensibel" and user.get("sparte") == "vertrieb":
return False
return True
HITL, bevor Netz-Inhalt die Sparte wechselt: Freigabe durch Netz, Log mit Quelle, Rolle, ja oder nein. Eine Zusammenfassung, die „nur intern“ an Vertrieb geht, ist immer noch Absatz 2.
Die Datenklassifizierung sagt, welche Klasse welches Modell sehen darf. Paragraph 6a sagt, welche Sparte welche Klasse sehen darf.
Warum SharePoint-Rechte die Chinese Wall nicht sind
Eine ACL am File ist keine Entflechtung, sobald der Index trotzdem mischt. Der Vertriebs-Prompt holt den Chunk, nicht die Datei. Abs. 2 Satz 3 sitzt vor dem Retrieval, nicht in der Berechtigungsmatrix des Fileshares.
Wir raten davon ab, Entra-Gruppen als erledigt zu nehmen, während ein gemeinsamer Embedder nachts beide Bibliotheken liest. Das ist der Fall, den wir in Erstgesprächen 2026 am häufigsten sehen.
Kill-Switch: ein Modell oder eine Datenquelle, die die Wand bricht, geht in Minuten auf null, ohne die Fachoberfläche neu zu kaufen. Einmal getestet, bevor der erste produktive Prompt läuft.
Betrieb bei Pexon Consulting ist 8×5. Der Schalter ist ein getesteter Pfad, kein Rund-um-die-Uhr-Mythos.
Pexon Consulting stellt kein Siegel „6a-konform“ aus. Entflechtung bleibt Aufgabe des Gleichbehandlungsbeauftragten. Wir verdrahten Indizes und Gateway. Den Auftrag erteilt IT oder Geschäftsleitung. Der Beauftragte kann den Schnitt stoppen, er kauft den Piloten nicht allein.
Checkliste, bevor der erste Netz-Prompt den Vertrieb sehen könnte
Sieben Punkte, ohne die das erste Anschlussbegehren nicht ins Modell darf:
- Browser-ChatGPT und private Accounts sind inventarisiert, Consumer-URLs im Stadtwerk-Netz gesperrt.
- Es gibt mindestens zwei Korpora: Netz und Vertrieb, keine gemeinsame Vektorsammlung.
- RBAC sitzt vor dem Retrieval, nicht nur an der Datei.
- Klasse „netz_sensibel“ ist verdrahtet (Engpass, Anschluss, GIS mit Wettbewerbsbezug).
- HITL, bevor eine Netz-Zusammenfassung Vertrieb oder Dritte erreicht.
- Diskriminierung: keine Extra-Sicht für den Eigenvertrieb gegenüber dem Markt.
- Kill-Switch einmal getestet. Nachweis: Vertriebs-User, Netz-Prompt, leer oder gefiltert.
Was der Plattform-Check in 45 Minuten klärt: Indexiert heute ein System Netz und Vertrieb gemeinsam? Ein Directory oder mehrere Gesellschaften? Wer gibt den Index-Schnitt frei? Soll der erste Pilot nur Netz intern sein? Wenn eine Antwort rot ist, ist der nächste Schritt nicht „KI-Governance-Folie“. Der nächste Schritt ist die Wand.
Ein Satz, den wir oft hören: „Wir sind rechtlich entflochten, der Index darf gemeinsam sein.“ Rechtliche Entflechtung entbindet nicht von Absatz 2, sobald wirtschaftlich sensible Netzinformationen den anderen Unternehmensteil erreichen. Der Chunk kennt die Handelsregisterauszug-Folie nicht.
Trading-Desk nach REMIT ist nicht diese Seite. EnWG 6a KI ist Netz gegen Vertrieb. Wer den Desk in denselben Index legt, braucht eine dritte Mauer, nicht eine breitere Folie.
Die Open-Source-KI-Plattform trägt Gateway, Audit und Kill-Switch. EnWG 6a KI ist die Bedingung, unter der ein Stadtwerk-Index überhaupt zwei Sparten bedienen darf.
Gleichbehandlungsbeauftragter und IT brauchen denselben Ist-Stand: welches System mischt heute. EnWG 6a KI macht daraus eine Indexfrage, keine Kulturdebatte. Wer die Kulturdebatte zuerst führt, bleibt der gemeinsame Chat.
Häufig gestellte Fragen
Reicht die SharePoint-Berechtigung als Chinese Wall?
Nein, wenn der Index Netz und Vertrieb trotzdem mischt. Absatz 2 Satz 3 sitzt vor dem Retrieval. Eine Dateiberechtigung hält die Wand nicht, sobald der Chunk im gemeinsamen Vektorland landet.
Was kostet Gateway plus getrennte Indizes auf einem Netz-Use-Case?
Endpreis nach Scope, ohne Lockvogelzahl. Der Plattform-Check in 45 Minuten klärt Korpora, RBAC und Schalter. Cloud und Modelle bleiben extra.
EnWG 6a vs. EnWG 5c: was gehört wohin?
Paragraph 6a ist informationelle Entflechtung, Netz nicht an Vertrieb. Paragraph 5c ist angemessener Schutz der Netz-IT schon bei der Beschaffung der KI-Dienstleistung. Zwei Pflichten, zwei Gateways.
Darf Copilot auf M365 bleiben?
Ja, im Hybrid, wenn Netz- und Vertriebsklasse getrennte Wege haben. Ungeregelter Copilot auf einem gemeinsamen SharePoint mit GIS und CRM ist kein Hybrid, das ist der gemischte Index.
Kauft der Gleichbehandlungsbeauftragte den Piloten allein?
Nein. Er kann den Index-Schnitt stoppen. Den Auftrag erteilt IT oder Geschäftsleitung. Entflechtung bleibt seine Aufgabe, Pexon Consulting verdrahtet die Technik.
Nächster Schritt
Wenn Netz und Vertrieb dasselbe RAG schon nutzen, ist der nächste Schritt die Wand, nicht ein weiteres Frontend. Mitbringen sollten Sie, welches System heute mischt, und wer den Index-Schnitt freigibt. Den Stand klären Sie im Plattform-Check oben.
Verwandte Themen
→KI Stadtwerke nach 5c EnWG: Schutz der Netz-IT
→KI Messstellenbetreiber nach 49 MsbG: Stellenliste



