Claude Connectors im Unternehmen: Was über Bedrock in der EU geht

Claude Connectors im Unternehmen: Welche Connectors über Amazon Bedrock in der EU laufen, warum interne Systeme dort ohne öffentlichen Zugang erreichbar sind und was fehlt.

22 Sep.. 2026 | AI

Inhaltsverzeichnis

Robin, Consultant für GenAI bei Pexon Consulting | 10 Min. Lesezeit | 22.09.2026


TL;DR: Claude Connectors in fünf Sätzen

Claude Connectors verbinden Claude mit Ihren Anwendungen über das Model Context Protocol. Im normalen Abo baut Anthropics Cloud die Verbindung auf, Ihr Server muss also aus dem Internet erreichbar sein. Mit Claude Desktop über Amazon Bedrock verbindet sich das Gerät selbst. Damit erreichen Sie interne Systeme ohne öffentlichen Zugang. Connectors von Anthropic selbst fehlen dort.

Frage Claude-Abo (Team, Enterprise) Claude Desktop über Bedrock (3P)
Wer baut die Verbindung zum Connector auf? Anthropics Cloud das Gerät des Nutzers
Muss der eigene MCP-Server öffentlich erreichbar sein? ja nein, erreichbar vom Gerät per HTTPS reicht
Connectors „Made by Anthropic“ ja nein
Übrige Connectors aus dem Verzeichnis ja ja
Microsoft 365 und GitHub ja ja, als eingebaute lokale Connectors
Wer darf Connectors hinzufügen? Nutzer, im Rahmen der Admin-Regeln Remote-Server nur der Admin

Das Problem: Die wertvollen Daten liegen nicht im Internet

Die meisten Anleitungen zu Claude Connectors zeigen Notion, Slack oder Google Drive. Das sind Dienste, die ohnehin im Internet stehen. Im Mittelstand liegen die Daten, auf die es ankommt, woanders: im Dokumentenmanagement im eigenen Rechenzentrum, in der Kanzleisoftware, im ERP, in einer Datenbank hinter der Firewall.

Genau hier scheitern viele Pilotprojekte. Das Team hat Claude Team oder Enterprise gekauft, will einen eigenen Connector an das interne System hängen und erfährt dann, dass dieser Server aus dem Internet erreichbar sein muss. Für die IT-Sicherheit ist das oft das Ende der Diskussion. Niemand öffnet das Dokumentenmanagement für eingehende Verbindungen aus einer fremden Cloud, nur damit ein Chat-Assistent darauf zugreifen kann.

Dazu kommt die Frage, wo die Inhalte verarbeitet werden. Im Abo verarbeitet Anthropic die Anfragen in den USA oder global. Wer Mandanten-, Personal- oder Vertragsdaten über einen Connector in den Chat holt, schickt sie genau dorthin. Beide Probleme hängen zusammen, und beide lassen sich mit derselben Architektur lösen.

Was Claude Connectors technisch sind

Ein Connector ist ein MCP-Server, also ein kleines Programm, das Claude eine Liste von Werkzeugen anbietet: „Dokument suchen“, „Kalender lesen“, „Ticket anlegen“. Claude entscheidet im Gespräch, welches Werkzeug es aufruft, und bekommt das Ergebnis zurück. Das Protokoll dahinter ist offen und nicht an Anthropic gebunden. Eine Einführung steht in unserem Beitrag zum Model Context Protocol.

Es gibt zwei Bauformen:

  • Remote-Connectors laufen als Webdienst, erreichbar per HTTPS. Die meisten Connectors im öffentlichen Verzeichnis von Anthropic sind so gebaut, etwa von HubSpot, Box oder Salesforce.
  • Lokale Connectors laufen als Prozess auf dem Rechner des Nutzers und sprechen von dort aus mit dem Zielsystem.

Für Unternehmen entscheidend ist nicht die Bauform, sondern die Frage, von wo aus die Verbindung aufgebaut wird. Und die beantworten das Abo und der Betrieb über die eigene Cloud unterschiedlich.

Der Unterschied: Wer baut die Verbindung auf?

Im Hilfe-Center von Anthropic steht es für eigene Connectors im Abo ausdrücklich: Custom Connectors verbinden sich „from Anthropic’s cloud, not from your local device“, der Server muss „reachable over the public internet“ sein. Für private Netze nennt Anthropic Wege wie das Freigeben seiner IP-Bereiche. Der Weg führt trotzdem von außen nach innen.

Bei Claude Desktop im Drittanbieter-Modus, also mit Amazon Bedrock als Modell-Anbieter, dreht sich das um. Die Dokumentation für diesen Betrieb sagt: Jeder MCP-Server, der vom Gerät des Nutzers per HTTPS erreichbar ist, funktioniert, „including internal servers you build and host“. Die Verbindung geht also vom Laptop im Firmennetz oder im VPN zum internen Server. Kein Port muss nach außen geöffnet werden, keine fremde Cloud braucht Zugriff.

Für ein Kanzlei- oder Mittelstandsnetz heißt das:

  1. Das Modell läuft über Amazon Bedrock in Ihrem AWS-Konto, mit Verarbeitung in der EU über das eu.-Profil.
  2. Der Connector zum internen System läuft in Ihrem Netz, entweder auf dem Gerät oder auf einem internen Server.
  3. Das Gerät holt die Daten aus dem internen System und schickt sie zusammen mit der Frage an Bedrock.

Anthropic steht bei dieser Konstellation nicht im Datenpfad der Inhalte. Die Dokumentation zur Telemetrie beschreibt, dass die App Gesprächsinhalte nur an den konfigurierten Modell-Endpunkt sendet. Wie Sie die restliche Telemetrie abschalten, steht auf unserer Seite zu Claude Desktop über die eigene Cloud.

Welche Connectors über Bedrock verfügbar sind

Das öffentliche Verzeichnis, mit einer Ausnahme

Anthropic führt ein Verzeichnis geprüfter Connectors. Für den Betrieb über Bedrock gilt: Jeder Connector aus diesem Verzeichnis, der nicht als „Made by Anthropic“ gekennzeichnet ist, steht auch dort zur Verfügung. Die Anthropic-eigenen Connectors laufen auf Anthropics Infrastruktur und gibt es deshalb nur im normalen Claude Desktop.

In der Praxis fällt das weniger ins Gewicht, als es klingt. Die meisten Connectors für Unternehmenssoftware stammen vom jeweiligen Hersteller, nicht von Anthropic.

Eingebaute Connectors: Microsoft 365, GitHub, Websuche

Claude Desktop bringt für den Betrieb über die eigene Cloud einige Connectors direkt mit. Sie laufen als lokaler Prozess auf dem Gerät, und ihre Aufrufe gehen direkt an den jeweiligen Anbieter:

Eingebauter Connector Was Claude erreicht Anmerkung
Microsoft 365 Outlook-Mail und Kalender, OneDrive, SharePoint, Teams über Microsoft Graph App-Registrierung im eigenen Entra-Tenant
GitHub Repositories, Issues, Pull Requests, auch GitHub Enterprise Server derzeit Beta
Websuche Suche über Brave, Tavily, Exa oder einen eigenen Suchdienst Such-Schlüssel stellen Sie selbst

Der Microsoft-365-Connector ist für viele Unternehmen der wichtigste. Er wird im eigenen Microsoft-Tenant registriert, die Anmeldung läuft über das Firmenkonto, die Tokens liegen verschlüsselt auf dem Gerät. Schreibende Werkzeuge fragen ohne eigene Regel vor jedem Aufruf nach, und einige nicht umkehrbare Aktionen wie das Senden einer Mail bleiben immer bei einer Rückfrage.

Die Websuche ist dabei ein eigener Punkt. Auf Bedrock gibt es die serverseitige Websuche von Anthropic nicht. Der eingebaute Such-Connector schließt diese Lücke für Claude Desktop, mit einem Suchanbieter Ihrer Wahl. Für Claude Code auf Bedrock gilt das nicht automatisch, dazu mehr im Beitrag zur Claude Code Web Search auf Bedrock.

Eigene Connectors zu internen Systemen

Für alles andere bauen oder beschaffen Sie einen MCP-Server. Typische Kandidaten im Mittelstand: das Dokumentenmanagement, ein Ticketsystem im eigenen Netz, eine Datenbank mit Produkt- oder Vertragsdaten, die Kanzleisoftware. Für DATEV gibt es inzwischen mehrere MCP-Server von Drittanbietern. Wer so einen Server einsetzt, sollte vorher klären, über welche DATEV-Schnittstelle er arbeitet, ob er nur lesen oder auch schreiben darf und wo er betrieben wird.

Wie ein Connector im Namen des angemeldeten Nutzers auf Daten zugreift, statt mit einem Sammelkonto mit weitreichenden Rechten, zeigt unser Beitrag zu Agent-Berechtigungen mit Entra ID.

Wer Connectors freigibt: Steuerung durch den Admin

Im Betrieb über die eigene Cloud gilt eine klare Regel, die viele IT-Abteilungen begrüßen: Endnutzer können keine Remote-Connectors selbst hinzufügen. Remote-Server kommen nur über die zentrale Konfiguration des Admins oder über Plugins der Organisation auf die Geräte. Die Stellschrauben:

Einstellung Wirkung
managedMcpServers verteilt Connectors auf alle Geräte, Nutzer können sie nicht entfernen
Tool-Regel je Werkzeug allow, ask oder blocked, etwa „lesen erlaubt, löschen gesperrt“
isLocalDevMcpEnabled steht standardmäßig auf true; auf false gesetzt, können Nutzer keine eigenen lokalen Server mehr anlegen
Plugin-Marktplatz der Organisation verteilt Connectors, Skills und Befehle als Paket, mit festgelegter Version

Die Konfiguration kommt per Geräteverwaltung wie Intune oder Jamf, über die Admin-Konsole oder über einen eigenen Konfigurationsserver auf die Geräte. Für die Freigabe durch Datenschutz und Informationssicherheit ist das ein starkes Argument: Es gibt eine Liste der erlaubten Connectors, und je Werkzeug ist festgelegt, ob Claude es ohne Rückfrage nutzen darf.

Das läuft jetzt im POC. Was für den Produktivbetrieb fehlt: eine abgestimmte Liste erlaubter Connectors, Tool-Regeln je Aktion, die Registrierung im eigenen Microsoft-Tenant, ein Betriebskonzept für eigene MCP-Server und eine Dokumentation für den Datenschutz. Das richten wir beim Claude Desktop über die eigene Cloud mit ein.

Was nicht geht, und wo es hakt

Ein ehrlicher Blick auf die Grenzen gehört zur Entscheidung:

  • Anthropic-eigene Connectors fehlen. Wer einen bestimmten Connector mit dem Label „Made by Anthropic“ braucht, bekommt ihn über Bedrock nicht.
  • Der MCP Connector der API fehlt auf Bedrock. Wer eigene Anwendungen direkt gegen die Messages API baut, kann dort Remote-MCP-Server nicht serverseitig einbinden. Die Werkzeuge müssen dann in der eigenen Anwendung angebunden werden, etwa über das Agent SDK.
  • Nutzer können nicht selbst experimentieren. Die strenge Admin-Steuerung ist für den Betrieb richtig, bremst aber einzelne Teams, die schnell etwas ausprobieren wollen. Ein Test-Kanal mit eigener Konfiguration hilft.
  • Das Gerät braucht Zugang zum Zielsystem. Wer von unterwegs ohne VPN arbeitet, erreicht den internen Server nicht. Das ist gewollt, sollte aber vorher klar sein.
  • Ein Connector ist ein Schreibzugang. Jedes Werkzeug, das Daten ändert, ist ein Risiko für versehentliche oder eingeschleuste Aktionen. Welche Schutzmaßnahmen gegen Prompt Injection über Connector-Inhalte helfen, steht im Beitrag zum Claude-Prompt-Injection-Schutz.

So gehen Sie vor

  1. Anwendungsfälle sammeln. Welche drei Systeme würden den größten Unterschied machen? Meist sind es Mail und Kalender, das Dokumentenmanagement und ein Fachsystem.
  2. Daten einordnen. Welche Daten dürfen über den Connector in das Modell? Für Berufsgeheimnisträger ist diese Frage die wichtigste, weil der Connector die Mandantendaten erst in das Gespräch holt.
  3. Claude Desktop über Bedrock einrichten. Das eu.-Profil, eine Modellregel und das Abschalten der Telemetrie gehören in die erste Konfiguration.
  4. Eingebaute Connectors zuerst. Microsoft 365 und die Websuche sind ohne eigene Entwicklung verfügbar und zeigen schnell, ob das Team Claude tatsächlich nutzt.
  5. Eigene Connectors danach. Erst wenn die Nutzung steht, lohnt der Aufwand für einen MCP-Server am internen System. Mit Lesezugriff beginnen, Schreibzugriff erst nach einer Phase mit Rückfragen je Aufruf.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Claude Connectors?

Claude Connectors sind Anbindungen, über die Claude auf Anwendungen und Daten zugreift, etwa auf Mail, Dokumente oder Tickets. Technisch ist jeder Connector ein MCP-Server, der Claude Werkzeuge anbietet. Claude ruft diese Werkzeuge im Gespräch auf und bekommt die Ergebnisse zurück.

Funktionieren Claude Connectors mit Amazon Bedrock?

Ja, in Claude Desktop über Bedrock. Alle Connectors aus Anthropics Verzeichnis, die nicht als „Made by Anthropic“ gekennzeichnet sind, stehen zur Verfügung, dazu eingebaute Connectors für Microsoft 365, GitHub und die Websuche. Eigene MCP-Server kommen über die zentrale Konfiguration hinzu.

Kann Claude auf interne Systeme ohne Internet zugreifen?

Im Betrieb über die eigene Cloud ja. Dort baut das Gerät des Nutzers die Verbindung zum MCP-Server auf, der Server muss nur vom Gerät aus per HTTPS erreichbar sein. Im normalen Abo verbindet sich dagegen Anthropics Cloud mit eigenen Connectors, der Server muss dann öffentlich erreichbar sein.

Gibt es einen Microsoft-365-Connector für Claude?

Ja. Im Betrieb über die eigene Cloud ist er in Claude Desktop eingebaut und erreicht Outlook, Kalender, OneDrive, SharePoint und Teams über Microsoft Graph. Sie registrieren ihn im eigenen Entra-Tenant, die Anmeldung läuft über das Firmenkonto des Nutzers.

Können Mitarbeiter eigene Connectors hinzufügen?

Remote-Connectors nicht, die verteilt nur der Admin. Eigene lokale Server sind standardmäßig erlaubt und lassen sich mit einer Einstellung abschalten. So entsteht eine feste Liste erlaubter Connectors, mit Regeln je Werkzeug.

Nächster Schritt

Wenn Claude mit Ihren internen Systemen arbeiten soll, ohne dass Daten das Firmennetz über eine fremde Cloud verlassen, ist Claude Desktop über Amazon Bedrock der naheliegende Weg. Wir richten das Setup in Ihrem AWS-Konto ein, mit Connectors, Tool-Regeln und Nachweis-Paket.

Claude Desktop in Ihrer Cloud
Connectors sind schnell eingerichtet. Die Freigaben entscheiden.
Wir richten Claude Desktop über Amazon Bedrock in der EU ein, mit zentral verteilten Connectors zu Microsoft 365, GitHub und Ihren internen Systemen, Tool-Freigaben je Aktion und Nachweis-Paket.

Verwandte Themen

Quellen: Anthropic Help Center „Use connectors to extend Claude’s capabilities“; Anthropic-Dokumentation zu Claude Desktop im Drittanbieter-Betrieb (Seiten „MCP, plugins, skills, and hooks“, „Built-in connectors“, „Connect to Microsoft 365“, „Telemetry and egress“); Anthropic-Übersicht zur Feature-Verfügbarkeit der Claude API je Plattform. Stand 22.09.2026.


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