Claude Code Model: Modell festlegen statt Opus-Rechnung 2026

Claude Code Model: Auf Bedrock und Vertex ist ohne Festlegung Opus 5 der Standard, der Alias sonnet zeigt auf Sonnet 4.5. So pinnen Sie Modelle und legen erlaubte Modelle fest.

22 Sep.. 2026 | AI

Inhaltsverzeichnis

Robin Werner, Consultant für GenAI bei Pexon Consulting | 9 Min. Lesezeit | 22.09.2026


TL;DR: Claude Code Model in fünf Sätzen

Welches Modell Claude Code nutzt, hängt von Plan, Anbieter und Version ab. Auf Bedrock und Vertex ist ohne Festlegung Opus 5 der Standard, das teuerste Modell nach Fable. Der Alias sonnet zeigt dort dagegen auf Sonnet 4.5. Wer Kosten und Qualität steuern will, pinnt Modelle zentral. Eine verwaltete Settings-Datei reicht.

Anbieter `default` Alias `opus` Alias `sonnet`
Anthropic API Opus 5 Opus 5 Sonnet 5
Claude Platform on AWS Opus 5 Opus 5 Sonnet 4.6
Amazon Bedrock, Google Cloud Opus 5 Opus 5 Sonnet 4.5
Microsoft Foundry Sonnet 4.5 Opus 4.6 Sonnet 4.5

Quelle: Claude-Code-Doku zur Modellkonfiguration, Stand 22.09.2026.


Das Problem: Das Standardmodell ist eine Kostenentscheidung

Viele Unternehmen haben Claude Code über Amazon Bedrock oder Google Vertex AI eingeführt, um in der eigenen Cloud und in der EU zu bleiben. Die Rechnung kommt dann über den Cloud-Anbieter, nach Tokens. Und genau hier wirkt eine Einstellung, die kaum jemand bewusst trifft: das Standardmodell.

Claude Code hat den Standard auf Bedrock und Vertex zweimal angehoben. Ab Version 2.1.207 wurde default dort zu Opus 4.8, ab Version 2.1.219 zu Opus 5. Die Bedrock-Doku von Claude Code sagt es deutlich: Eine Installation, die kein Hauptmodell festlegt, wird nach dem Update zum Opus-Preis abgerechnet. Opus 5 kostet je Token das Zweieinhalbfache von Sonnet 5.

Das zweite Problem ist leiser. Der Alias sonnet löst auf Bedrock und Vertex nicht auf Sonnet 5 auf, sondern auf Sonnet 4.5. Wer also bewusst „das günstigere Modell“ wählt, bekommt ein älteres. Anthropic begründet das in der Doku damit, dass die eingebauten Standards der Anbieter den neuesten Modellen hinterherlaufen können.


Wie Claude Code sein Modell wählt

Claude Code prüft mehrere Stellen in fester Reihenfolge. Der erste Treffer gewinnt:

  1. /model in der laufenden Sitzung
  2. claude --model beim Start
  3. Umgebungsvariable ANTHROPIC_MODEL
  4. Feld "model" in einer Settings-Datei
  5. ANTHROPIC_DEFAULT_MODEL als Standard für neue Sitzungen (ab v2.1.236)
  6. Standard der Organisation, gesetzt vom Admin (ab v2.1.196)
  7. Standard je Plan oder Anbieter

Wichtig für die Praxis: Die Punkte 1 und 2 steuert der Entwickler selbst, und das ist auch gewollt: Wer an einem kniffligen Fehler sitzt, soll bewusst auf ein stärkeres Modell wechseln können. Die Frage ist nur, ob das die Ausnahme bleibt oder unbemerkt zur Regel wird. Wer als Unternehmen Kosten verlässlich steuern will, muss also nicht nur einen Standard setzen, sondern auch festlegen, welche Modelle überhaupt erlaubt sind.


Modelle pinnen: Aliase auf feste IDs legen

Die sauberste Lösung ist, jeden Alias auf eine feste Modell-ID zu legen. Dafür gibt es eigene Umgebungsvariablen:

Variable Wofür
ANTHROPIC_DEFAULT_OPUS_MODEL Alias opus und Planungsphase von opusplan
ANTHROPIC_DEFAULT_SONNET_MODEL Alias sonnet und Ausführung bei opusplan
ANTHROPIC_DEFAULT_HAIKU_MODEL Alias haiku und Hintergrundfunktionen
ANTHROPIC_DEFAULT_FABLE_MODEL Alias fable
CLAUDE_CODE_SUBAGENT_MODEL Subagenten, Agent Teams und Workflows

Ein Beispiel für Bedrock mit EU-Profil, als env-Block in einer verwalteten Settings-Datei. Prüfen Sie die exakten Modell-IDs vorher in der Bedrock-Konsole Ihres Kontos:

{
  "env": {
    "CLAUDE_CODE_USE_BEDROCK": "1",
    "AWS_REGION": "eu-central-1",
    "ANTHROPIC_DEFAULT_OPUS_MODEL": "eu.anthropic.claude-opus-5",
    "ANTHROPIC_DEFAULT_SONNET_MODEL": "eu.anthropic.claude-sonnet-5",
    "CLAUDE_CODE_SUBAGENT_MODEL": "sonnet"
  },
  "model": "sonnet"
}

Damit startet jede Sitzung mit Sonnet 5 statt Opus 5, der Alias sonnet zeigt auf das aktuelle Modell, und Subagenten laufen nicht versehentlich auf Opus. Wer Opus braucht, wählt es bewusst mit /model opus.

Unsere Empfehlung: Sonnet 5 als Standard für den Alltag, Opus 5 bewusst für schwere Aufgaben. Fable gehört wegen der 30 Tage Pflicht-Speicherung und der fehlenden EU-Verfügbarkeit auf Bedrock nicht in die Standardkonfiguration. Mehr dazu in unserem Artikel zu Claude Fable 5 im Unternehmen.


Erlaubte Modelle zentral festlegen

Pinnen legt den Standard fest. Eine Allowlist legt fest, was überhaupt geht. Dafür gibt es in den Settings availableModels:

{
  "availableModels": ["sonnet", "haiku", "opus"],
  "enforceAvailableModels": true
}

Laut Doku gilt die Liste nicht nur für /model und --model, sondern auch für Aliase aus Umgebungsvariablen, Subagenten, Agent Teams, Skills und Hintergrund-Agenten. Einträge können eine Modellfamilie wie sonnet, ein Versionspräfix oder eine vollständige Modell-ID sein. Steht das Standardmodell nicht auf der Liste, nimmt Claude Code den ersten erlaubten Eintrag.

Verteilt wird das über eine verwaltete Settings-Datei, die per MDM auf alle Geräte kommt. Diese dateibasierte managed-settings.json funktioniert auch auf Bedrock, Vertex und Foundry, anders als die Einstellungen aus der claude.ai-Konsole, die es dort nicht gibt.


Effort: die zweite Kostenschraube

Neben dem Modell steuert der Effort, wie viel das Modell nachdenkt. Opus 5, Sonnet 5 und Fable kennen die Stufen low, medium, high, xhigh und max. Einstellbar ist das mit /effort, beim Start mit --effort oder über CLAUDE_CODE_EFFORT_LEVEL. In den Settings lässt sich der Effort sogar je Modell festlegen.

Für Routineaufgaben wie kleine Refactorings, Tests schreiben oder Dokumentation reicht oft eine mittlere Stufe. Hohe Stufen lohnen sich bei Fehlersuche und Architekturfragen. Wer Effort und Modell zusammen steuert, spart spürbar, ohne dass Entwickler das Gefühl haben, mit einem schwächeren Werkzeug zu arbeiten.

Kontextfenster und opusplan: zwei unterschätzte Hebel

1 Mio. Tokens Kontext sind kein Gratis-Extra. Fable 5.1, Fable 5, Sonnet 5 und Opus ab 4.7 haben laut Doku nativ ein Kontextfenster von 1 Mio. Tokens. Das ist bequem, weil lange Sitzungen seltener zusammengefasst werden müssen. Es heißt aber auch: Jede Anfrage in einer langen Sitzung schickt den gesamten bisherigen Verlauf mit, und der wird bezahlt. Mit /autocompact oder CLAUDE_CODE_AUTO_COMPACT_WINDOW legen Sie fest, ab welcher Größe Claude Code den Verlauf zusammenfasst. Erlaubt sind Werte von 100.000 bis 1 Mio. Tokens. Wer das 1M-Fenster gar nicht will, schaltet es mit CLAUDE_CODE_DISABLE_1M_CONTEXT=1 ab.

opusplan statt Opus für alles. Der Alias opusplan nutzt Opus im Planungsmodus und wechselt für die Ausführung auf Sonnet. Welche Modelle dahinter stehen, bestimmen wieder ANTHROPIC_DEFAULT_OPUS_MODEL und ANTHROPIC_DEFAULT_SONNET_MODEL. Für viele Teams ist das ein guter Kompromiss: Die schwierige Denkarbeit macht das starke Modell, das Schreiben von Code das günstigere.

Wir haben in Projekten gesehen, dass Teams nach der Einführung von Claude Code zuerst über Lizenzen und Seats diskutieren und erst Wochen später merken, dass Modellwahl, Effort und Kontextgröße die Rechnung viel stärker treiben. Die Reihenfolge lohnt sich umzudrehen: erst die drei Schrauben festlegen, dann ausrollen.

Das läuft jetzt im POC. Was für den Produktivbetrieb fehlt: gepinnte Modelle für alle Geräte, eine Allowlist je Gruppe, das EU-Profil erzwungen und Kosten je Team sichtbar. Genau das richten wir beim Betrieb von Claude Code über Ihre Cloud ein.

Häufig gestellte Fragen

Welches Modell nutzt Claude Code standardmäßig?

Das hängt vom Zugang ab. Auf Max, Team Premium, Enterprise, der API sowie auf Bedrock, Vertex und Claude Platform on AWS ist es Opus 5. Auf Pro und Team Standard ist es Sonnet 5, auf Microsoft Foundry Sonnet 4.5. Stand ist die Claude-Code-Doku vom September 2026.

Wie wechsle ich das Modell in Claude Code?

In der Sitzung mit /model, beim Start mit claude --model sonnet oder dauerhaft über das Feld "model" in der Settings-Datei. Im /model-Menü speichert Enter das Modell als Standard, die Taste s wechselt nur für die aktuelle Sitzung.

Warum zeigt der Alias sonnet auf Bedrock auf ein älteres Modell?

Weil Claude Code auf Bedrock und Google Cloud eigene eingebaute Standards je Anbieter hat, die den neuesten Modellen hinterherlaufen können. Der Alias sonnet löst dort auf Sonnet 4.5 auf. Mit ANTHROPIC_DEFAULT_SONNET_MODEL legen Sie fest, welches Modell tatsächlich dahinter steht.

Wie verhindere ich, dass Entwickler Opus oder Fable nutzen?

Mit availableModels und enforceAvailableModels in einer verwalteten Settings-Datei. Die Liste gilt für Sitzungen, Aliase, Subagenten und Hintergrund-Agenten. Auf Claude Enterprise können Admins zusätzlich einzelne Modelle je Rolle sperren.

Was kostet Opus 5 im Vergleich zu Sonnet 5 in Claude Code?

Laut Listenpreis kostet Opus 5 5 USD je 1 Mio. Input-Tokens und 25 USD je 1 Mio. Output-Tokens, Sonnet 5 kostet 2 und 10 USD. Opus ist je Token also zweieinhalbmal so teuer. In der EU-Variante auf Bedrock und Vertex kommen jeweils 10 % dazu.


Nächster Schritt

Claude Code über die eigene Cloud
Eine Datei entscheidet, welches Modell jeder nutzt. Wir schreiben sie mit Ihnen.
Wir richten Claude Code über Bedrock oder Vertex in der EU ein: feste Modelle, erlaubte Modelle je Gruppe, Kosten je Team und eine verwaltete Settings-Datei für alle Geräte.

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