Constantin, Pexon Consulting | 9 Min. Lesezeit | 27.07.2026
TL;DR
Business Central mit KI entwickeln heißt nicht bunte Demos, sondern echtes AL-Coding: Claude Code schreibt AL-Objekte, bindet über die Microsoft-AL-Tools und MCP an echtes BC-Tooling an und baut sogar grafische Oberflächen per Control-Add-in direkt in BC. Pexon bringt Ihr BC-Team in einem 6-Wochen-Pilot auf dieses Niveau.
Der Satz, den jeder BC-Entwickler kennt
„Es heißt immer, im ERP kann man keine Grafiken zaubern, ihr müsst das BI-System nutzen.“ Genau dieser Satz ist der Grund, warum Anforderungen aus Fachabteilungen so oft ins Leere laufen. Business Central gilt als starr, als System für Buchungszeilen und Listen, und alles, was nach Visualisierung aussieht, wird reflexartig nach Power BI oder in ein separates Tool ausgelagert.
Das stimmt so nicht. Business Central lässt Grafik direkt zu, über Control-Add-ins, und mit einem KI-Coding-Agenten wie Claude Code lässt sich der Weg vom Wunsch der Fachabteilung zum funktionierenden Prototyp drastisch verkürzen. Beides zusammen macht aus dem starren ERP eine überraschend flexible Plattform.
Was AL mit KI wirklich kann
AL ist die Sprache, in der Business-Central-Erweiterungen entstehen, entwickelt in VS Code mit der AL-Language-Erweiterung. Der entscheidende Fortschritt 2026 ist, dass KI-Coding-Agenten hier kein Fremdkörper mehr sind. Microsoft stellt AL-Tools über NuGet bereit, die sich per MCP-Server an Claude Code anbinden lassen. Damit arbeitet der Agent nicht blind, sondern mit echtem AL-Tooling: Er kann Objekte anlegen, kompilieren und die Rückmeldung der Toolchain nutzen, statt nur Text zu raten.
Praktisch heißt das: Sie beschreiben eine Anforderung in natürlicher Sprache, und Claude Code schreibt die AL-Objekte dazu, also Tabellen, Pages, Codeunits und Page-Erweiterungen. Wie der Einstieg in Claude Code grundsätzlich aussieht, steht in unserem Claude Code Tutorial. Unsere klare Position: Der Wert liegt nicht darin, dass die KI tippt, sondern dass sie das ganze AL-Objektmodell konsistent im Kopf behält, während ein Mensch die fachliche Richtigkeit prüft.
Grafik direkt in Business Central: der Beweis
Der stärkste Beleg gegen den „ERP kann keine Grafiken“-Reflex ist eine grafische Disposition, eine Plantafel, komplett in Business Central. Technisch ist das ein Control-Add-in: ein Stück JavaScript, das in eine BC-Page eingebettet wird. AL bleibt die Basis für die Geschäftslogik, das Control-Add-in liefert die interaktive Oberfläche, also Drag-and-drop, Balken, Zeitachsen. Kein separates BI-System, kein Medienbruch, die Daten bleiben in BC.
Ein AL-Control-Add-in wird so deklariert:
// Control-Add-in als Brücke für eine grafische Plantafel in BC
controladdin DispoBoard
{
Scripts = 'src/dispo/board.js'; // die interaktive Grafik (JavaScript)
StartupScript = 'src/dispo/start.js';
RequestedHeight = 600;
// AL ruft das Add-in auf, die Daten bleiben in Business Central
procedure LoadAuftraege(json: Text);
event OnAuftragVerschoben(id: Text; neuerSlot: Text);
}
Hier spielt KI ihre zweite Stärke aus. Die Visualisierungskomponente lässt sich mit Claude vorab als HTML mit CSS und JavaScript prototypen, bevor sie als Control-Add-in in BC wandert. Rapid Prototyping direkt am Code: Die Fachabteilung sieht in Stunden statt Wochen, ob die Idee trägt.
Wo die Grenzen liegen
Damit hier keine Wunder versprochen werden: Ein KI-Agent ersetzt kein AL-Verständnis, er verstärkt es. Wer die BC-Objektstruktur nicht kennt, produziert mit Claude Code schneller Code, aber nicht besseren. Und Microsoft treibt das Thema selbst voran, unter anderem mit GitHub Copilot im Agent-Modus, sodass die Werkzeugwahl offen ist. Der eigentliche Hebel ist nicht das Tool, sondern die Disziplin: strukturierte Aufgaben, Prüfung durch einen erfahrenen AL-Entwickler und saubere Tests. Wie sich das in einen tragfähigen Entwicklungs-Stack fügt, ist eine Architekturfrage (siehe Verwandte Themen). Im Microsoft-Umfeld ordnet sich das neben Werkzeugen wie Microsoft Copilot ein.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Business Central wirklich mit KI entwickeln?
Ja. KI-Coding-Agenten wie Claude Code schreiben AL-Objekte und binden über die Microsoft-AL-Tools und einen MCP-Server an echtes Business-Central-Tooling an. Das ist kein Spielzeug, sondern arbeitet mit Kompilierung und Toolchain-Rückmeldung. Die fachliche Prüfung bleibt beim Entwickler.
Kann man in Business Central Grafiken bauen, ohne ein BI-System?
Ja, über Control-Add-ins. Das ist JavaScript, das in eine BC-Page eingebettet wird, während AL die Geschäftslogik liefert. So entsteht eine grafische Disposition oder Plantafel direkt in Business Central, ohne Power BI und ohne Medienbruch. Die Daten bleiben im ERP.
Was ist AL und wie hilft KI dabei?
AL ist die Programmiersprache für Business-Central-Erweiterungen, entwickelt in VS Code. Ein KI-Agent beschleunigt das AL-Coding, indem er aus einer natürlichsprachlichen Anforderung konsistente AL-Objekte erzeugt und das Objektmodell im Blick behält. Der Mensch prüft die fachliche Korrektheit.
Was kostet die Einführung von KI-gestützter AL-Entwicklung?
Der Einstieg ist überschaubar, weil die Werkzeuge quelloffen oder im Microsoft-Ökosystem vorhanden sind. Der eigentliche Wert liegt darin, das Team auf strukturierte KI-Nutzung zu bringen. Das lässt sich als 6-Wochen-Pilot mit einem konkreten Anwendungsfall aufsetzen.
Ersetzt die KI unsere AL-Entwickler?
Nein, sie verstärkt sie. Wer AL versteht, wird mit Claude Code deutlich schneller, von der Prototyp-Phase bis zur fertigen Extension. Wer AL nicht versteht, produziert nur schneller Fehler. Der Hebel ist ein erfahrenes Team plus KI, nicht KI statt Team.
Nächster Schritt
Sie haben Business Central im Einsatz und Anforderungen aus den Fachabteilungen, die immer an „das geht nicht“ scheitern? Wir zeigen Ihrem Team in einem kurzen Gespräch, was mit AL, Control-Add-ins und einem KI-Coding-Agenten wirklich geht.
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