Pexon Consulting | 11 Min. Lesezeit | 19.06.2026
TL;DR
AKS vs EKS vs GKE entscheidet sich 2026 selten an reiner Kubernetes-Tiefe — alle drei sind produktiv-tauglich — sondern am übrigen Cloud-Stack, der Compliance-Lage und den vorhandenen Engineering-Kompetenzen. Pexon Consulting empfiehlt AKS für DACH-Mittelstand mit Microsoft-Stack-Affinität (60% der Setups), EKS bei AWS-zentrischen Setups, GKE bei reinem K8s-Engineering-Fokus. Decision-Sprint zwischen 8 und 14k EUR Festpreis.
Was die drei strukturell unterscheidet
Wir hören das wöchentlich in CTO-Erstgesprächen bei Mittelständlern, die Kubernetes produktiv einführen: „Wir wissen, dass wir managed Kubernetes wollen. Aber AKS, EKS oder GKE — wie entscheiden wir?“
Die ehrliche Antwort: Reine K8s-Tiefe ist 2026 bei allen drei Anbietern gleich. Die Entscheidung läuft über drei andere Faktoren.
Faktor 1: Übriger Cloud-Stack. Wer ohnehin in Azure-Identity, Azure Monitor, Azure Storage drin ist, hat mit AKS deutlich weniger Integrations-Aufwand. Wer auf AWS Lambda, S3, RDS aufsetzt, kommt mit EKS schneller in Produktion. GKE punktet bei Datenwissenschafts- und ML-zentrischen Setups.
Faktor 2: Compliance und DSGVO. Alle drei haben EU-Regionen mit Frankfurt-Hosting. Microsoft hat zusätzlich Cloud for Sovereignty mit deutscher Treuhand-Option, was bei KRITIS-Setups manchmal den Ausschlag gibt. Mehr zur AI Landing Zone als Compliance-Fundament.
Faktor 3: Vorhandene Engineering-Kompetenzen. Microsoft-zentrierte Teams kennen Entra ID, Bicep, Azure Monitor. AWS-zentrierte Teams kennen IAM, CloudFormation, CloudWatch. Die Lernkurve ist real — bei Wechsel der Cloud kostet das typisch 4-8 Wochen Engineering-Re-Onboarding.
AKS, EKS und GKE sind nicht die einzigen Optionen mit Rechenzentrum in Deutschland. Wer europäische Anbieter wie STACKIT, IONOS, T Cloud Public oder plusserver mitprüfen will, findet auf unserem Portal die Vergleichsmatrix aller Managed-Kubernetes-Anbieter mit Preisen, Regionen, SLA und CLOUD-Act-Einordnung.
AKS im Detail
Stärken.
- Control-Plane kostenlos. Bei vielen kleinen Clustern wirtschaftlich überlegen.
- Entra-ID-Integration nativ. RBAC mit Entra-ID-Gruppen direkt, ohne Custom-Auth-Middleware.
- Auto-Upgrade-Pfade reif. Cluster-Updates laufen ohne Engineering-Eingriff stabil.
- Cloud for Sovereignty bei KRITIS-Anforderungen.
Schwächen.
- Kleinere Ökosystem-Vielfalt als EKS bei Spezial-Plugins.
- EKS-Add-on-Marketplace ist breiter.
EKS im Detail
Stärken.
- Größtes Ökosystem. AWS-Marketplace mit hunderten Add-ons.
- Fargate-Integration für Serverless-Pods. Bei spiky Workloads wirtschaftlich.
- Multi-Region-Setup sehr ausgereift.
Schwächen.
- Control-Plane kostet 73 USD/Monat pro Cluster. Bei vielen kleinen Clustern teurer als AKS.
- Auto-Updates manuell: Updates müssen explizit eingespielt werden.
- IAM-Komplexität beim Setup. IRSA (IAM Roles for Service Accounts) ist mächtig, aber Lernkurve hoch.
GKE im Detail
Stärken.
- Tiefste K8s-Wurzeln. Google hat Kubernetes erfunden, GKE ist das „natürlichste“ Setup.
- Autopilot-Modus. Vollständig managed inkl. Node-Pool-Management. Bei kleinen Teams pragmatisch.
- Beste Networking-Performance bei Cross-Region-Setups.
Schwächen.
- Geringere DACH-Marktdurchdringung. Engineering-Talent schwieriger zu finden.
- Microsoft-Integration dünn. Bei M365-Stack-Affinität Mehraufwand.
Die Entscheidungs-Matrix
Ihr nehmt AKS, wenn:
- Microsoft-Stack bereits dominiert
- Entra ID als Identity-Layer steht
- DACH-Compliance-Anforderungen greifen
- 60% der DACH-Mittelständler landen hier
Ihr nehmt EKS, wenn:
- AWS bereits Haupt-Cloud ist
- Ökosystem-Vielfalt wichtig ist
- Fargate-Serverless-Workloads geplant
Ihr nehmt GKE, wenn:
- ML- oder Data-Workloads im Fokus stehen
- Reine K8s-Engineering-Tiefe wichtig ist
Pexon-Sprint und Investment
1-Wochen-Decision-Sprint: 8-14k EUR Festpreis. Use-Case-Klärung, Live-Demos, TCO über 36 Monate, klare Empfehlung mit Begründung.
Implementation-Sprint danach typisch 3-6 Wochen, 28-65k EUR je nach Komplexität.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein produktiver AKS-Cluster für Mittelstand?
Bei einem typischen Setup mit 3 Worker-Nodes (Standard_D4s_v5) plus Load Balancer plus Application Gateway: 800-1.400 EUR pro Monat. Bei AKS ist die Control-Plane kostenlos, bei EKS kommen 73 USD pro Monat dazu.
Können wir später zwischen den Clouds wechseln?
Theoretisch ja, weil K8s-Workloads über Manifests portierbar sind. In Praxis 4-8 Wochen Engineering pro Cluster, weil Cloud-spezifische Services (Storage, Identity, Networking) angepasst werden müssen. Wir machen das produktiv, empfehlen es aber nur bei klarem Bedarf.
Was bei Multi-Cloud-Setups?
Multi-Cloud mit K8s ist technisch möglich, operativ aber teuer. Doppelter Pflegeaufwand, doppelte Audit-Strecken, schwierige Cost-Konsolidierung. Wir empfehlen das nur bei klaren Compliance-Anforderungen.
Wie verhält sich das mit Self-Hosted Kubernetes?
Bei sehr großen Setups oder KRITIS-Anforderungen kann Self-Hosting wirtschaftlich werden. Mehr im Managed Kubernetes vs Self-Hosted-Vergleich.
Was kostet die Beratung selbst?
Pexon-Decision-Sprint 8-14k EUR Festpreis. Bei einem Cluster-Investment über 36 Monate von 30-50k EUR ist das amortisierte 10%-Investition.
Nächster Schritt
Wenn euer Engineering-Team zwischen AKS, EKS und GKE entscheidet: 45-Minuten-Call. Wir skizzieren Sprint.
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