Abnahmeprüfzeugnis 3.1 prüfen: Checkliste Wareneingang 2026

Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 beweist nur, was im Wareneingang auch geprüft wird. Pflichtangaben, typische Fehler, Druckgeräterichtlinie und was sich automatisieren lässt.

26 Okt.. 2026 | Dokumenten-KI / OCR

Inhaltsverzeichnis

Pexon Consulting | 11 Min. Lesezeit | 16.09.2026


TL;DR: Abnahmeprüfzeugnis 3.1 in fünf Sätzen

Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 bestätigt die Übereinstimmung mit der Bestellung, mit Ergebnissen spezifischer Prüfung. Bestätigt wird es vom fertigungsunabhängigen Abnahmebeauftragten des Herstellers. Im Wareneingang prüfen Sie Typ, Werkstoff, Schmelze, Messwerte und Bestätigung gegen Bestellung und Ware. Pexon Consulting automatisiert diesen Abgleich. Abweichungen entscheidet weiter ein Mensch.

Typ nach EN 10204 Deutsche Bezeichnung Inhalt Bestätigt durch
2.1 Werksbescheinigung Übereinstimmung mit der Bestellung, ohne Prüfergebnisse Hersteller
2.2 Werkszeugnis Übereinstimmung plus Ergebnisse nichtspezifischer Prüfung Hersteller
3.1 Abnahmeprüfzeugnis 3.1 Übereinstimmung plus Ergebnisse spezifischer Prüfung Abnahmebeauftragter des Herstellers, unabhängig von der Fertigung
3.2 Abnahmeprüfzeugnis 3.2 wie 3.1 zusätzlich Abnahmebeauftragter des Bestellers oder der in amtlichen Vorschriften genannte

Das Problem: Ein 3.1-Zeugnis beweist nur, was jemand auch prüft

Das Zeugnis liegt der Lieferung bei, also ist alles gut. So läuft es in vielen Wareneingängen, und genau dort beginnt das Risiko.

Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 ist eine Erklärung des Herstellers. Es sagt: Diese Ware entspricht Ihrer Bestellung, und hier sind die Messwerte aus der Prüfung genau dieser Lieferung. Ob das Papier zur Ware passt, ob der Werkstoff der bestellte ist und ob die Werte die Anforderung erfüllen, prüft die Norm nicht für Sie. Das bleibt Aufgabe des Bestellers. Die Druckgeräterichtlinie formuliert es für ihren Bereich sogar ausdrücklich: Der Hersteller des Druckgeräts muss sicherstellen, dass der verwendete Werkstoff den Anforderungen entspricht.

Unsere Position ist deshalb klar. Ein 3.1-Zeugnis, das nur abgeheftet wird, ist teures Papier. Seinen Wert bekommt es erst durch den Abgleich im Wareneingang.

Was ist ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204?

Die kurze Antwort: Es ist die Prüfbescheinigung, bei der die Messwerte aus einer spezifischen Prüfung der gelieferten Erzeugnisse stammen und eine von der Fertigung unabhängige Person beim Hersteller das Ergebnis bestätigt. Maßgeblich ist EN 10204:2004, in Deutschland als DIN EN 10204:2005-01. Diese Ausgabe ist nach Angabe von DIN Media Stand September 2026 weiter aktuell.

Der Unterschied zum Werkszeugnis 2.2 steckt in einem Wort. Nichtspezifisch heißt: Der Hersteller prüft nach eigenem Verfahren Erzeugnisse derselben Spezifikation und desselben Herstellprozesses, aber nicht unbedingt die gelieferten. Spezifisch heißt: Geprüft wird vor der Lieferung an den gelieferten Erzeugnissen oder an Prüfeinheiten, zu denen sie gehören. Welche Prüfeinheit und welche Prüfungen, legen Produktspezifikation, amtliche Vorschrift oder Bestellung fest.

Vier Details aus der Norm, die im Wareneingang oft übersehen werden:

  • Übertragene Prüfergebnisse: Der Hersteller darf Ergebnisse aus der spezifischen Prüfung seines Vormaterials in das 3.1-Zeugnis übernehmen, aber nur mit Rückverfolgbarkeit und wenn er die zugehörigen Bescheinigungen vorlegen kann.
  • Bestätigung: Die Prüfbescheinigung wird von der oder den verantwortlichen Personen mit Name und Funktion bestätigt.
  • Papier oder elektronisch: Aufbewahrung und Weitergabe sind in Papierform oder als elektronische Daten zulässig. Ein PDF per E-Mail ist also kein Formfehler.
  • Händler: Ein Händler darf nur das Original oder eine Kopie des Herstellerzeugnisses weitergeben, ohne Veränderung. Bei Teillieferungen darf er die Mengenangabe auf der Kopie anpassen.

Übrigens gilt die Norm nicht nur für Stahl. Sie ist für alle metallischen Erzeugnisse geschrieben und darf auch für nichtmetallische angewendet werden. Deshalb tauchen 3.1-Zeugnisse auch bei Kunststoffteilen, Dichtungen oder Messgeräten auf.

Die Ausgabe von 2004 hat das System vereinfacht. Das frühere Werksprüfzeugnis 2.3 ist weggefallen, aus 3.1.B wurde 3.1, und die alten Typen 3.1.A, 3.1.C und 3.2 gingen im neuen 3.2 auf. Steht auf einem Zeugnis heute noch „3.1.B“, deutet das auf eine veraltete Vorlage beim Lieferanten hin. Kein Grund zur automatischen Ablehnung, aber einer für eine Rückfrage.

Wann ist ein 3.1-Zeugnis Pflicht? Druckgeräterichtlinie und AD 2000-Merkblatt W 0

EN 10204 selbst schreibt nichts vor. Sie beschreibt nur, welche Bescheinigungsarten es gibt. Welche Sie brauchen, ergibt sich aus Bestellung, Produktnorm oder Regelwerk. Der wichtigste Pflichtfall ist die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU.

Anhang I Nummer 4.3 verlangt für alle Werkstoffe Unterlagen des Werkstoffherstellers, die die Übereinstimmung mit einer Vorschrift bescheinigen. Für die wichtigsten drucktragenden Teile von Druckgeräten der Kategorien II, III und IV muss das eine Bescheinigung mit spezifischer Prüfung sein. Die Kategorie ergibt sich nach Artikel 13 und den Diagrammen in Anhang II aus Geräteart, Druck, Volumen oder Nennweite und Fluidgruppe.

Wie das auf EN 10204 übersetzt wird, zeigt die PED-Leitlinie G-05 der Arbeitsgruppe Druckgeräte bei der EU-Kommission. Die Leitlinien sind nicht rechtsverbindlich, gelten aber als Referenz für die einheitliche Anwendung:

Teil des Druckgeräts Weg Prüfbescheinigung nach EN 10204:2004
Wichtigste drucktragende Teile, Kategorie II bis IV Werkstoffhersteller mit zertifiziertem QM-System 3.1
Wichtigste drucktragende Teile, Kategorie II bis IV direkte Abnahme 3.2
Wichtigste drucktragende Teile Kategorie I, übrige drucktragende Teile, angebrachte Teile ab Kategorie II kein Sonderweg 2.2
Sonstige Teile kein Sonderweg 2.1

Zwei Anmerkungen der Leitlinie sind für den Wareneingang direkt relevant. Eine höherwertige Bescheinigung ist immer zulässig, ein 3.2 statt eines bestellten 3.1 ist also kein Mangel. Und Werkstoff vom Lagerhändler muss mit den Bescheinigungen des Werkstoffherstellers kommen.

Der Weg über 3.1 setzt voraus, dass der Werkstoffhersteller ein QM-System betreibt, das eine in der EU niedergelassene zuständige Stelle zertifiziert und in Bezug auf die Werkstoffe spezifisch bewertet hat. In Deutschland nennen die entsprechenden Zertifikate der Prüfstellen als Prüfgrundlage in der Regel EN 764-5 und das AD 2000-Merkblatt W 0, aktuelle Ausgabe 2023-08. Für Sie heißt das: Bei Druckgeräte-Werkstoffen gehört neben dem Zeugnis auch das Herstellerzertifikat zur Prüfung. Ist es gültig, und deckt sein Geltungsbereich die gelieferte Erzeugnisform ab?

Außerhalb solcher Pflichtfälle raten wir davon ab, 3.1 pauschal für jedes Teil zu bestellen. Das kostet beim Lieferanten oft einen Aufpreis und erzeugt Papier, das im Wareneingang niemand gründlich lesen kann. Besser: 3.1 dort, wo Bestellung, Produktnorm oder Kunde es verlangen, und diese Zeugnisse dann wirklich prüfen.

Was steht im 3.1-Zeugnis? Die Prüfreihenfolge im Wareneingang

Für Stahlerzeugnisse beschreibt EN 10168 die Angaben, die eine Prüfbescheinigung enthalten kann. Die Norm gruppiert sie in Blöcke: A für Geschäftsvorgang und Beteiligte, B für die Beschreibung des Erzeugnisses, C und D für Prüfungen, Z für die Bestätigung. Viele Werke drucken diese Kennungen sichtbar auf das Zeugnis, was die Prüfung erleichtert.

In dieser Reihenfolge prüfen Sie ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1:

  1. Zeugnistyp: Steht „3.1“ beziehungsweise „Abnahmeprüfzeugnis 3.1“ oder „Inspection certificate 3.1“ drauf, und entspricht das der Bestellung?
  2. Aussteller: Ist der Hersteller genannt? Kommt die Ware vom Händler, liegt das unveränderte Herstellerzeugnis bei?
  3. Bezug zur Bestellung: Bestellnummer, Position, Lieferschein, Menge und Abmessungen passen zu genau dieser Lieferung.
  4. Werkstoff: Werkstoffbezeichnung und Werkstoffnorm entsprechen der Bestellung, inklusive geforderter Zusatzanforderungen und Lieferzustand.
  5. Rückverfolgbarkeit: Schmelzen-, Chargen- oder Prüflosnummer auf dem Zeugnis stimmt mit der Kennzeichnung auf der Ware überein.
  6. Messwerte: Chemische Zusammensetzung und mechanische Kennwerte liegen innerhalb der Anforderungen aus Norm und Bestellung, inklusive Prüftemperatur und Probenlage, wo gefordert.
  7. Bestätigung: Erklärung der Übereinstimmung mit der Bestellung, Datum, Name und Funktion der bestätigenden Person, erkennbar unabhängig von der Fertigung.

Punkt 5 ist der, den wir am häufigsten nur oberflächlich geprüft sehen. Ein perfektes Zeugnis nützt nichts, wenn es zu einer anderen Schmelze gehört.

Typische Fehler in 3.1-Zeugnissen

Die meisten Mängel sind keine gefälschten Werte. Es sind Zuordnungsfehler, die nur auffallen, wenn jemand Zeugnis, Bestellung und Ware nebeneinanderlegt.

Fehler Woran Sie ihn erkennen Was Sie tun
Werkszeugnis 2.2 statt 3.1 Hinweis auf nichtspezifische Prüfung, nur der Hersteller bestätigt reklamieren, Ware bis zur Klärung sperren
Schmelze passt nicht zur Ware Nummer auf Zeugnis und Stempelung oder Etikett weichen ab sperren, Zuordnung beim Lieferanten klären
Falscher Werkstoff oder falsche Norm Bezeichnung oder Normverweis weicht von der Bestellung ab technische Klärung, nicht per Sichtprüfung freigeben
Messwert außerhalb der Anforderung Wert unter Mindestwert oder über Höchstwert Abweichung dokumentieren, Freigabe durch QS
Bestätigung unvollständig kein Name, keine Funktion, kein Datum vollständiges Zeugnis anfordern
Händler hat Zeugnis umgeschrieben Händler als Aussteller, Herstellerangaben fehlen Original oder unveränderte Kopie des Herstellers anfordern
Zeugnis gehört zu anderer Position Abmessung, Menge oder Lieferschein passen nicht richtige Bescheinigung anfordern
Vormaterial-Werte ohne Rückverfolgbarkeit Werte stammen erkennbar vom Ausgangsmaterial, ohne Bezug Nachweis der Rückverfolgbarkeit anfordern

Welche dieser Fälle zu einer Sperre führen, legt Ihre eigene Wareneingangsanweisung fest. Die Norm regelt, was ein 3.1-Zeugnis ist. Den Umgang mit Abweichungen regelt Ihr QM-System.

Der Prüfaufwand im Wareneingang: warum Stichproben die Regel werden

Die Checkliste oben ist schnell gelesen. Bei einem Zeugnis am Tag ist sie auch schnell erledigt. Das Problem ist die Menge.

In Gesprächen mit Qualitäts- und Einkaufsverantwortlichen aus der Fertigung hören wir immer wieder dieselbe Ausgangslage. 30 bis 50 Zeugnisse am Tag, einzelne davon 50 bis 60 Seiten lang. Die Zeugnisse kommen mehrsprachig, als Kopie, schief gescannt oder schlecht lesbar. Und ein fehlerhaftes Zeugnis fällt oft erst auf, wenn ein Garantiefall auf dem Tisch liegt.

Rechnen Sie das mit Ihren eigenen Zahlen durch: Zeugnisse pro Tag mal Prüfminuten pro Zeugnis mal Arbeitstage. Wer das ehrlich macht, landet schnell bei einer Stelle, die nichts anderes tut als Tabellen zu vergleichen. Die Folge ist fast immer dieselbe. Geprüft wird nur noch der Kopf des Zeugnisses, die Messwerte bekommen einen kurzen Blick, die Schmelze wird nicht mehr gegen die Ware gehalten.

Ein Werkzeug gibt es in vielen Häusern schon. Template-basierte Erfassungstools lernen jedes Zeugnislayout einzeln, und für jeden neuen Lieferanten gehen Stunden in die Einrichtung. Bei vielen Lieferanten mit wechselnden Formaten holt das den Aufwand nie ein.

Die Prüfung soll am Ende ein Status im ERP sein, nicht ein Stempel auf dem PDF? Wie die Zeugnisprüfung direkt in SAP QM landet, zeigen wir auf der Seite zur SAP-Anbindung.

SAP-QM-Anbindung ansehen

Die Prüfung automatisieren: was sinnvoll ist und was beim Menschen bleibt

Automatisieren lässt sich der Abgleich, nicht die Verantwortung. Die Software liest das Zeugnis, vergleicht es mit Bestellung und Anforderungen und sagt, ob alles passt. Die Entscheidung über eine Abweichung trifft weiter die QS.

Pexon Consulting (80 Mitarbeitende, Deutschland, Microsoft Partner, ISO 27001 zertifiziert) baut solche Prüfstrecken als Document-Intelligence-Lösung. Der Ablauf hat vier Schritte:

  1. Erkennen: Das Dokument wird klassifiziert. Ist es ein Zeugnis, welcher Typ, zu welcher Lieferung?
  2. Auslesen: Werkstoff, Schmelze, Messwerte und Bestätigung werden als strukturierte Daten extrahiert, auch aus mehrsprachigen oder schlechten Scans. Dafür nutzen wir Vision Language Models, die Tabellen im Kontext lesen statt Koordinaten eines Templates.
  3. Abgleichen: Regeln prüfen die Daten gegen Bestellung, Lieferschein und die Grenzwerte, die Sie pflegen.
  4. Entscheiden lassen: Saubere Fälle bekommen einen Freigabevorschlag, jede Abweichung geht mit Begründung an einen Prüfer.

Schritt 3 ist bewusst kein KI-Schritt. Ob 38 Prozent Bruchdehnung eine Mindestanforderung von 40 Prozent erfüllen, soll eine nachvollziehbare Regel entscheiden, kein Sprachmodell. Ein vereinfachtes Beispiel für diese Regelprüfung in Python, lauffähig ohne Zusatzpakete:

# Regelprüfung für ein bereits extrahiertes Abnahmeprüfzeugnis 3.1.
# Die Grenzwerte sind Beispielwerte, keine Normwerte. In echt kommen sie aus
# Bestellung und Werkstoffnorm, die Sie selbst lizenziert haben.

bestellung = {
    "zeugnistyp": "3.1",
    "werkstoff": "1.4571",
    "schmelze_laut_lieferschein": "A12345",
    "grenzwerte": {"Rp0,2": (240, None), "Rm": (540, 690), "A": (40, None)},
}

zeugnis = {
    "zeugnistyp": "3.1",
    "werkstoff": "1.4571",
    "schmelze": "A12345",
    "konformitätserklärung": True,
    "bestätigt_durch": {"name": "M. Muster", "funktion": "Abnahmebeauftragter QS"},
    "messwerte": {"Rp0,2": 262, "Rm": 575, "A": 38},
}


def prüfe(zeugnis, bestellung):
    befunde = []
    if zeugnis["zeugnistyp"] != bestellung["zeugnistyp"]:
        befunde.append(f"Zeugnistyp {zeugnis['zeugnistyp']} statt {bestellung['zeugnistyp']}")
    if zeugnis["werkstoff"] != bestellung["werkstoff"]:
        befunde.append(f"Werkstoff {zeugnis['werkstoff']} passt nicht zur Bestellung")
    if zeugnis["schmelze"] != bestellung["schmelze_laut_lieferschein"]:
        befunde.append("Schmelzennummer passt nicht zur Kennzeichnung der Ware")
    if not zeugnis.get("konformitätserklärung"):
        befunde.append("Keine Bestätigung der Übereinstimmung mit der Bestellung")
    bestätigung = zeugnis.get("bestätigt_durch") or {}
    if not (bestätigung.get("name") and bestätigung.get("funktion")):
        befunde.append("Bestätigung ohne Name und Funktion")
    for kennwert, (minimum, maximum) in bestellung["grenzwerte"].items():
        wert = zeugnis["messwerte"].get(kennwert)
        if wert is None:
            befunde.append(f"{kennwert} fehlt")
        elif (minimum is not None and wert < minimum) or (maximum is not None and wert > maximum):
            grenze = f"min. {minimum}" if maximum is None else f"{minimum} bis {maximum}"
            befunde.append(f"{kennwert} = {wert}, gefordert {grenze}")
    return befunde


befunde = prüfe(zeugnis, bestellung)
print("Freigabe vorschlagen" if not befunde else "An QS-Prüfer: " + "; ".join(befunde))

Die Ausgabe lautet An QS-Prüfer: A = 38, gefordert min. 40. Genau so soll es sein: Das Zeugnis sieht vollständig aus, und trotzdem geht es nicht durch.

Worin sich die beiden Ansätze in der Praxis unterscheiden:

Kriterium Template-basierte Erfassung Layout-unabhängiges Auslesen mit VLM
Neuer Lieferant Stunden Einrichtung je Layout kein eigenes Template nötig, Stichprobe prüfen
Mehrsprachige Zeugnisse je Sprache eigene Vorlage im Modell enthalten, Ergebnis trotzdem validieren
Schiefe Scans, Kopien bricht bei verschobenen Feldern toleranter, schlechte Seiten gehen in die Nachprüfung
Nachvollziehbarkeit hoch, feste Feldpositionen nur mit Konfidenzwerten und Quellverweis je Feld
Grenzwertprüfung separat separat, als feste Regel

Zwei Grenzen gehören ehrlich dazu. Erstens: Die Werkstoffnormen sind lizenzpflichtig. Die Grenzwerte hinterlegen Sie aus Ihren eigenen Normlizenzen und Bestellvorgaben, das System verweist darauf. Zweitens: Eine vollautomatische Freigabe ohne Menschen empfehlen wir nicht als Startpunkt, schon gar nicht für drucktragende Teile. Unser Rat: automatischer Freigabevorschlag nur für saubere Fälle, jede Abweichung an einen Prüfer, und das Ergebnis als Status im ERP statt als Ablage im Netzlaufwerk.

Wie ein solches Projekt in einem regulierten Umfeld aussieht, zeigt unser Beitrag zur Zeugnisprüfung in der Verteidigungsindustrie mit AQAP-Anforderungen.


Häufig gestellte Fragen

Was steht im 3.1 Zeugnis?

Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 enthält die Angaben zu Hersteller, Bestellung und Erzeugnis, den Werkstoff, die Schmelzen- oder Chargennummer, die Ergebnisse der spezifischen Prüfung und die Erklärung der Übereinstimmung mit der Bestellung. Bestätigt wird es mit Name und Funktion vom fertigungsunabhängigen Abnahmebeauftragten des Herstellers. Für Stahl listet EN 10168 die möglichen Angaben im Detail.

Was ist der Unterschied zwischen Werkszeugnis 2.2 und Abnahmeprüfzeugnis 3.1?

Beim Werkszeugnis 2.2 stammen die Werte aus nichtspezifischer Prüfung, also nicht zwingend von der gelieferten Ware, und der Hersteller bestätigt selbst. Beim 3.1 wurde die gelieferte Ware oder ihre Prüfeinheit vor der Lieferung geprüft, und ein von der Fertigung unabhängiger Abnahmebeauftragter bestätigt. Für die wichtigsten drucktragenden Teile ab Kategorie II der Druckgeräterichtlinie reicht 2.2 nicht.

Darf ein Händler ein 3.1-Zeugnis ausstellen?

Nein. Nach EN 10204 gibt ein Händler nur das Original oder eine Kopie des Herstellerzeugnisses unverändert weiter, zusammen mit einer Kennzeichnung, die Ware und Dokument zuordnet. Bei Kopien darf er die gelieferte Teilmenge eintragen, sonst nichts ändern. Ein vom Händler neu geschriebenes Zeugnis ist kein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 des Herstellers.

Ist ein 3.1-Zeugnis als PDF per E-Mail gültig?

Ja. EN 10204 erlaubt Aufbewahrung und Weitergabe ausdrücklich in Papierform oder als elektronische Daten. Wichtig bleibt die Bestätigung durch die verantwortliche Person mit Name und Funktion. Ob Sie eine bestimmte Form der elektronischen Signatur verlangen, regeln Sie in Ihren Bestellbedingungen.

Was kostet ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1?

Einen Normpreis gibt es nicht. Viele Lieferanten berechnen für 3.1 einen Aufpreis gegenüber 2.2, fragen Sie ihn im Angebot mit ab. Der größere Kostenblock liegt meist intern: die Prüfzeit im Wareneingang und die Folgekosten, wenn ein fehlerhaftes Zeugnis erst im Garantiefall auffällt.


Nächster Schritt

Materialzeugnis-Prüfung mit KI
Zeugnisse nicht nur abheften, sondern prüfen
Auf der Seite läuft eine Live-Demo mit Beispiel-Zeugnissen aus Edelstahl, Aluminium und Titan. Danach testen wir die Prüfung mit Ihren eigenen Zeugnissen.

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